https://www.faz.net/-gqz-xw31

ARD-Intendantin Monika Piel : Das ist eine große Aufgabe

Monika Piels Ausführungen zu medienpolitischen Fragen scheinen manche Beobachter zu überfordern Bild: AP

Seit dem 1. Januar führt Monika Piel den Vorsitz in der ARD. Sie hat viele Interviews gegeben und lässt keine Frage offen. Trotzdem gibt sie Rätsel auf und bietet Stoff für zwei Dispute.

          Seit dem 1. Januar führt die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks den Vorsitz in der ARD. Monika Piel ist nun für zwei Jahre Herrin aller Reußen. Und sie hat viel zu sagen, das zeigte sich in den zahlreichen Interviews, die dieser Tage von ihr erschienen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Zwei Dispute ergaben sich daraus. Der eine handelt von einem Jugendkanal, den die ARD nach Ansicht des bisherigen Vorsitzenden des Senderverbunds, des SWR-Intendanten Peter Boudgoust, braucht. Monika Piel ist da anderer Meinung, ganz unmissverständlich. Offenbar missverstanden aber wurde ihr Angebot, für die mobilen Angebote der ARD Geld zu verlangen, so die Verlage dies unisono ebenso hielten. Darauf aber können wir lange warten, irgendwer in der deutschen Verlagswelt wird sein Heil in der Kostenloskultur des Internets schon suchen. Es bleibt also alles, wie es ist, worauf Monika Piel im Anschluss an ihre verschiedenen Interviews noch einmal hinwies: Die gerade erst freigeschaltete Applikation der „Tagesschau“ bleibt kostenlos. Die Verlage haben sich zu früh gefreut.

          Monika Piels geschickte Ausführungen zu medienpolitischen Fragen scheinen manche Beobachter zu überfordern. Dabei ist das Prinzip nicht sonderlich schwer zu durchschauen. Es ist das Prinzip der uneigentlichen Rede. Die ARD-Vorsitzende macht Angebote, deren Annahme sie an Bedingungen knüpft, die höchstwahrscheinlich niemals erfüllt werden. Nicht nur was die Apps angeht, sondern auch die Rundfunkgebühr. Auch sie würde sich freuen, sollte diese einmal sinken („mein größter Traum“), sagte sie dem „Tagesspiegel“. Doch seien die Umstände wohl auch nach dem 1. Januar 2013, wenn die neue Totalgebühr kommt, nicht danach, weil mit Mehreinnahmen der Öffentlich-Rechtlichen nicht zu rechnen sei. Die Anregung, gemeinsam mit den Verlagen eine Allianz gegen Apple und Google – das angeblich auch die ARD bedroht – zu bilden (nachzulesen in „Handelsblatt“, „Stuttgarter Zeitung“ und „Tagesspiegel“), buchen wir unter demselben Kapitel nicht leicht umzusetzender Vorhaben ab.

          „Für Will bin ich nicht zuständig“

          Eindeutig hingegen hat sich Monika Piel zu vielen Fragen des Programms und der darin Wirkenden geäußert, was ihre Kollegen sicherlich mit besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen haben.

          Fangen wir an bei Anne Will. Ob sie deren Klage über den Wechsel der ARD zu Günther Jauch nicht verstehen könne, wollte die „Süddeutsche“ wissen. „Ich bin für Anne Will nicht zuständig, auch nicht als ARD-Vorsitzende. Anne Will ist ein Format, das der NDR einbringt.“ In der „taz“ war am selben Tag zu lesen: „Ich schätze Frau Will außerordentlich und finde es einfach professionell, wie sie sich jetzt verhält. Denn es ist ja nicht an den Moderatoren, die Sendeplätze im Ersten zu verteilen. Alle unsere Moderatoren werden höchst anständig bezahlt, und bei vielen hat der Sendeplatz der ARD dazu beigetragen, dass sie so bekannt wurden. Es sind übrigens alles befristete Verträge – niemand ist gezwungen zu verlängern. Wir sind ja nicht bei der ,Heilsarmee‘, es ist ein Geben – und Nehmen.“

          Weitere Themen

          IAA, VDA, SPD

          F.A.Z.-Hauptwache : IAA, VDA, SPD

          Peter Feldmann veröffentlicht seine Rede zur IAA online, nachdem er bei der Ausstellungseröffnung nicht eingeplant worden ist. VDA-Chef Mattes tritt zurück und sorgt damit für weitere Unruhe im Verband. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          Topmeldungen

          Signale des Bewusstseins, im Computer rekonstruiert: links ein fast bewusstloser Komapatient, rechts ein Gesunder, in der Mitte ein Komapatient mit Bewusstsein.

          Wegen Fehlverhaltens : Urteil gegen den Primus der Hirnforschung

          Der weltbekannte Hirnforscher Niels Birbaumer behauptet, Locked-In-Patienten wieder kommunikationsfähig zu machen. Jetzt hat ihn die DFG wegen Fehlverhaltens verurteilt. Er will trotzdem weitermachen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.