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Amerikanisches Fernsehen : Mit Frau und Freundin zur selben Party

  • -Aktualisiert am

Mit den beiden ist nicht gut Kirschen essen: Special Agent G. Callen (Chris O'Donnell, links) und Special Agent Sam Hanna (LL Cool J) Bild: CBS Studios Inc.

Er ist mit seiner Serie „Navy CIS“ Amerikas erfolgreichster Serienmacher, und auch der Ableger der Erfolgsserie „Navy CIS L.A.“ war nicht weniger erfolgreich. Aber der Australier Shane Brennan ist bescheiden geblieben.

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          Es ist nicht lange her, da hieß der Spitzenproduzent des amerikanischen Fernsehens Jerry Bruckheimer. Mit der Forensiker-Serie „CSI“ hatte er 2001 das Krimiformat revolutioniert, zwei erfolgreiche Ableger folgten, und sieben Jahre lang konnte niemand den Schauwerten der kriminalistischen Spurensicherung Paroli bieten. Doch dann stieß ein stiller Australier namens Shane Brennan den Hollywood-Mogul vom Thron - mit der Serie, die ein ähnliches Akronym im Titel trägt: „Navy CIS“, bei der die Kriminalfälle indes bloß die Arena sind, in der die Beziehungen zwischen den Figuren ausgeleuchtet werden.

          Brennan, Mitte fünfzig, mit graumeliertem Haar und ebensolchen Bartstoppeln, sitzt an einem Konferenztisch im vornehmen Langham Huntington Hotel in Pasadena und wirkt in seinem graugrünen Rangerhemd eher wie ein Nebendarsteller aus „Crocodile Dundee“, nicht wie der meistgefragte Serienmacher des amerikanischen Fernsehens. Der Mann, von Haus aus Drehbuchautor, hatte die Serie 2007 von ihrem Schöpfer Don Bellisario „geerbt“, als dieser dem Set im kalifornischen Valencia nach Differenzen mit dem Hauptdarsteller Mark Harmon den Rücken kehrte.

          „Aber so weit versteht sich die Familie gut“

          Seither hat Brennan nicht nur „Navy CIS“ zur erfolgreichsten Dramaserie im amerikanischen Fernsehen gemacht, er hat ihr mit „Navy CIS: L.A.“ außerdem einen sehr erfolgreichen Ableger zur Seite gestellt. Dass die Ursprungsserie in der sechsten, siebten und achten Staffel reüssiert, ist eine reife Leistung. Dass der Ableger durchstartet, grenzt an ein Wunder. „,Navy CIS' hat eine große, ziemlich lautstarke Fangemeinde, und die Idee eines Spin-offs kam da überhaupt nicht gut an“, sagt Shane Brennan und lächelt. Die Schwesterserie zu produzieren sei, wie mit Frau und Freundin auf derselben Party zu erscheinen - „aber so weit versteht sich die Familie gut“. Im Januar erreichten beide Serien mit annähernd zweiundzwanzig beziehungsweise mehr als achtzehn Millionen Zuschauern Rekordmarken.

          Gibbs (Mark Harmon, 2.v.r.), Tony (Michael Weatherly, l.), Ziva (Cote de Pablo, 3.v.r.), McGee (Sean Murray, 3.v.l.) und Det. Andrea Sparr (Gretchen Egolf, 2.v.r.) stehen vor einem Rästel

          Brennans Quotenrenner könnten unterschiedlicher kaum sein, und er sagt, er habe das mit Bedacht so angelegt. „Navy CIS“ spielt in Washington und dreht sich, wie der Hauptdarsteller Mark Harmon einmal sagte, im Grunde um das Arbeitsverhältnis zwischen dem Chef einer Spezialermittlertruppe im Navy-Milieu, Jethro Gibbs (Harmon), und seinen Agenten Ziva David (Cote de Pablo), Tony DiNozzo (Michael Weatherly), Timothy McGee (Sean Murray) und der Forensikerin Abby Sciuto (Pauley Perrette). „Navy CIS: L.A.“ spielt in Los Angeles und hat den Aufbau eines Buddy-Movies: G. Callen (Chris O'Donnell) und Sam Hanna (LL Cool J) ermitteln unter der Sonne Kaliforniens mit Hilfe hochmoderner Technik und unter Anleitung der facettenreichen Hetty (Linda Hunt), einer gestandenen Agentin. „Mir war schon klar“, sagt Brennan, „dass ich den Fans etwas geben musste, was sie lieben können, ohne das Gefühl zu haben, dass sie ,Navy CIS' untreu werden.“

          Berufswunsch Journalist

          Brennan zählt nicht zu den Hollywood-Figuren aus den schicken Eckbüros der Studioetagen, die in der Branche „Suits“ genannt werden, weil sie gern im Anzug auftreten. Brennan schreibt Drehbücher, er produziert und ist zugleich der sogenannte Showrunner der „Navy CIS“-Serien - er ist der Mann, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. „Gott sei Dank“, sagt er, „lebt meine Frau in Australien. Ich wäre sonst bei meinem Arbeitspensum längst geschieden.“ Er könne seine Arbeitstage nur bewältigen, weil er in Los Angeles „keine Familienanbindung“ habe. Aber in den vergangenen Monaten musste sich Brennan hin und wieder kneifen. „Dies alles ist ein ganzes Stück entfernt von meinem alten Leben in Australien, und hier sitze ich nun in einem Büro bei Paramount, in dem schon Lucille Ball und Howard Hughes und Tom Cruise residierten. Und ich frage mich: Wer ist hier fehl am Platz?“

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