https://www.faz.net/-gqz-q157

Fernsehen : Reich-Ranicki noch einmal im „Literarischen Quartett“

  • Aktualisiert am

Drei aus dem Quartett: Reich-Ranicki, Karasek, Radisch (v.r.) Bild: AP

Friedrich Schiller zu Ehren kehrt Marcel Reich-Ranicki noch einmal mit dem „Literarischen Quartett“ ins Fernsehen zurück. Dies gab das ZDF bei der Vorstellung seines Programms für 2005 bekannt.

          2 Min.

          Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) will auch in diesem Jahr mit einer Kombination aus Wissen und Unterhaltung punkten. Erfolgsformate wie „Tag X“ und „Unsere Besten“ würden verstärkt eingesetzt, kündigte ZDF-Intendant Markus Schächter am Dienstag in München an.

          Zum 100. „Geburtstag“ der Relativitätstheorie und seines 50. Todestages stehe Albert Einstein im Fokus einer Reihe von Sendungen. Zum 200. Todestag Friedrich Schillers gebe Marcel Reich-Ranicki ein einmaliges Comeback im „Literarischen Quartett“.

          Offen für Anfragen

          Das „literarische (Schiller-)Quartett“ wird aus der Stammbesetzung mit Reich-Ranicki, Iris Radisch und Hellmuth Karasek bestehen und dem Gast Elke Heidenreich. Ein Sendetermin stehe noch nicht fest. Nach Angaben Reich-Ranickis ist dafür ein Tag Ende Mai ins Auge gefaßt. Er erinnerte daran, daß es auch eine Sonderausgabe des „Literarischen Quartetts“ zu Goethe gab. Der 84jährige sagte der Nachrichtenagentur AP auf die Frage, ob er auch wieder für eine Neuauflage des „Literarische Quartetts“ zur Verfügung stünde: „Das hängt nicht von mir ab. Wenn eine Anfrage kommt, werde ich darauf antworten.“

          Das ZDF hatte die seit 1988 laufende Sendung nach 77 Ausgaben im Dezember 2001 eingestellt. Reich-Ranicki kehrte 2002 allein auf den Bildschirm zurück: Am 5. Februar lief die erste Folge von „Marcel Reich-Ranicki solo“. Im Juni 2000 war die Kritikerin Sigrid Löffler nach einem Eklat um den erotischen Roman „Gefährliche Geliebte“ aus dem „Literarischen Quartett“ ausgestiegen. Reich-Ranicki sagte am Dienstag: „Ich bin zu einer Versöhnung jederzeit bereit.“

          „Mit der ARD in einem Boot“

          Seinen Konkurrenzstreit mit der ARD will das ZDF schnell entschärfen. Der Mainzer Intendant Markus Schächter will die „Grenzziehungskonflikte“ zwischen den beiden öffentlich-rechtlichen Anstalten in einem Spitzengespräch mit ARD-Verantwortlichen klären. Die „Kampfprogrammierung“ führe beide nicht weiter, sagte Schächter am Dienstag in München. „Es gibt einen breiten Fundus an Gemeinsamkeiten. Wir sitzen in einem Boot.“

          Besonders im Ringen um Übertragungsrechte bei Sportveranstaltungen sei das ZDF auf die ARD als Partner angewiesen. „Wir werden auch um die Großveranstaltungen wie die EM 2008 und die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 kämpfen“, sagte Schächter. Angesichts des eingeschränkten Budgets müsse das Zweite Deutsche Fernsehen aber auch verstärkt teure Sportrechte mit der privaten Konkurrenz teilen. Die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin bezeichnete Schächter als „erste Nagelprobe“. Hier werde sich zeigen, ob die private Konkurrenz als Partner auftrete oder lediglich die Rosinen herauspicken wolle.

          Neuer Leiter des Sportstudios

          Das ZDF hat zum 1. März einen neuen redaktionellen Leiter des Aktuellen Sportstudios: Laut ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz wird künftig der 38jährige Thomas Fuhrmann die Sendung leiten. Zum Sparkurs des ZDF erklärte Schächter, der Sender wolle bis 2008 schuldenfrei sein. „Zum Ende der Gebührenperiode wird das ZDF eine schwarze Null schreiben“, sagte Schächter. Man werde dazu „an den Rändern, aber nicht am Herzstück des Programms sparen“.

          Im laufenden Jahr will das ZDF sein Profil als Wissens- und Bildungskanal schärfen. „Wissen und Bildung werden stärker nachgefragt als je zuvor“, sagte der Intendant. Programmschwerpunkte plane das Zweite zum Einstein- und Schiller-Jahr 2005. Im Unterhaltungsprogramm 2005 wird ZDF-Zugpferd Thomas Gottschalk verstärkt zum Einsatz kommen.

          „Gottschalk bleibt nichts erspart. Er muß richtig ran“, sagte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut. Neben „Wetten dass...“ werde er die „Goldene Kamera“ moderieren und auch bei einer Late-Night-Show vor der Kamera stehen. Dabei werde Gottschalk aber nicht ARD-Star Harald Schmidt ins Gehege kommen, der sich in der Sommerpause befinde. Große Hoffnungen setzt das ZDF auch auf seine Serien wie „Das Kanzleramt“, in der zum ersten Mal im deutschen Fernsehen die Schaltzentrale der Macht zwölf Folgen lang in den Mittelpunkt rücke.

          Weitere Themen

          So riecht Sozialkritik

          „Parasite“ im Kino : So riecht Sozialkritik

          Ein Leben, das aus Füßen besteht, eine Familie, die eine andere befällt, und überall bildhafte Bedeutung: Der Cannes-Gewinner „Parasite“ steckt voller revolutionärer Energie.

          „Parasite“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Parasite“

          „Parasite“, 2019. Regie: Joon-ho Bong. Darsteller: Kang-Ho Song, Woo-sik Choi, Park So-Dam. Kinostart: 17. Oktober 2019

          Eskaliert wird jetzt mit Yogitee

          Hotlist-Preis : Eskaliert wird jetzt mit Yogitee

          Früher war mehr Lametta: Die Verleihung des Hotlist-Preises der unabhängigen Verlage hat einen neuen, erschreckend nüchtern ausfallenden Rahmen. Dafür gibt es einen strahlenden Doppelgewinner.

          Topmeldungen

          Der Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, ruft dazu auf, Johnsons Abkommen abzulehnen.

          Nigel Farage : „Das ist einfach kein Brexit“

          +++ Jean-Claude Juncker empfiehlt Deal zur Annahme +++ Chef der Brexit-Partei und DUP lehnen Deal ab +++ EU-Gipfel beginnt um 15 Uhr +++ Alle Infos zum Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.