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Fernsehen : Öffentlich-Rechtliche bleiben Platzhirsche beim Grimme-Preis

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Über die Qualitätsentwicklung beim Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen kann man geteilter Meinung sein. Einmal im Jahr bestätigt der Grimme-Preis ARD und ZDF, dass sie immer noch für Qualität stehen. Auch dieses Jahr sind fast ausnahmlos öffentlich-rechtliche Programme nominiert.

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          Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hält auch in diesem Jahr seinen Spitzenplatz bei der Nominierung des Adolf-Grimme-Preises. Von den 56 ausgewählten Fernsehproduktionen kommen nur zwei Programme von privaten TV-Anbietern. „Die privaten Sender haben bei der Vorauswahl immer mehr an Boden verloren“, sagte Ulrich Spies vom Grimme-Institut am Donnerstag bei der Vorstellung in München.

          Den Spitzenplatz für die renommierten Preise, für die 716 Beiträge eingereicht wurden, teilen sich das ZDF und der Kulturkanal arte mit jeweils zehn Nominierungen, gefolgt vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) mit acht, dem Südwestrundfunk (SWR) mit sechs und dem Bayerischen Rundfunk (BR) mit fünf. ProSieben und SAT.1 („Das Phantom“ und „Anke“) stellen je einen Kandidaten. Im vergangenen Jahr kamen die Privaten noch auf acht Nominierungen. Bis zu 14 der begehrten deutschen „Fernseh-Oscars“ werden am 23. März nach einer erneuten Juryrunde im westfälischen Marl vergeben.

          Für den Grimme-Preis „Spezial“ sind unter anderem Gabi Bauer von den „Tagesthemen“, Hans W. Geißendörfer als Produzent der „Lindenstraße“ sowie die Schauspieler Edgar Selge und Christiane Hörbiger und Michael Andrack als Gegenpart von Harald Schmidt in dessen SAT.1-Show vorgeschlagen. Auch Harald Schmidt und Günther Jauch erhielten für ihre „gekonnte Parodierung von Wissen“ beim simulierten Gewinnspiel „Wer wird Millionär“ eine Nominierung. Beim Grimme-Preis „Fiktion und Unterhaltung“ wurden unter anderem „Die Polizistin“ (WDR), „Paul is dead“ (ZDF), „Der Fall Vera Brühne“ (WDR), „Hotel Provencal“ (ZDF/arte) sowie „München - Geheimnisse einer Stadt“ (BR) ausgewählt.

          „Trotz aller Klagen war es kein schlechtes Fernsehjahr“, sagte Spies. Es habe einige ganz spannende, hoch qualifizierte Programme zur attraktiven Sendezeit gegeben, sagte Geschäftsführer Hans Paukens. „Das Fernsehen könne noch immer mit Fug und Recht als Kulturproduzent bezeichnet werden.“ Viele „TV-Perlen“ seien erst zum Ende des Jahres im Weihnachtsprogramm platziert worden.

          Erstmals wird das Grimme-Institut in diesem Jahr auch einen Preis für die Qualität im Internet ausschreiben. Mit dem Grimme „Online Award“ sollen zukünftig analog zum Grimme Fernsehpreis Internet- Angebote prämiert werden. Außerdem stiftet das Land Nordrhein- Westfalen noch einen mit insgesamt 65 000 Mark dotierten Förderpreis für lernorientierte Angebote im Netz. Haupt-Sponsor des Grimme-Online- Award ist die Hightech-Firma Intel. Der weltweit größte Chiphersteller engagiert sich auch im Bildungsbereich, wo er unter anderem Schulen und Klassen mit Computer ausstattet und Lehrer ausbildet.

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