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Feridun Zaimoglu über Seehofer : „Ich sehe bei allen ein Beklopptheitssyndrom“

  • -Aktualisiert am

Horst Seehofer und Islamverbände seien Brüder im Geiste, meint Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Bild: dpa

Innenminister Horst Seehofer hat so unrecht nicht, findet Schriftsteller Feridun Zaimoglu: Die Islamverbände tun so, als gehörten sie nicht zu Deutschland.

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          Die Diskussion über Horst Seehofers Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ hält an. Wie nehmen Sie den Streit wahr?

          Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Politiker sich hinstellt und ein Bekenntnis absondert. Ich bin kein Mann der Bekenntnisse, der hohlen Phrasen. Ein Seehofer ist ein Wiederholungstäter, aber ich bin gelassen geblieben, ich habe nicht getobt. Doch ich muss leider feststellen: Es gibt eine bundesdeutsche Krankheit, und das ist der Wille zur sofortigen Eskalation und Empörung. Da geben sich die Beteiligten nichts. Seehofer hat gesagt, was er gesagt hat, und dazu könnte man auch sagen: Es ist doch tatsächlich wahr, dass in der deutschen Geschichte das islamische Moment bislang keine Rolle spielte. Wenn Seehofer den Koran aufschlägt, wird er immer wieder auf den folgenden Satz stoßen: „Habt ihr denn keinen Verstand?“

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