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Fernsehwoche, 6.-12. August : Fenster zum Hof, Tunnel in die Freiheit

James Stewart als gelangweilter Fotoreporter Bild:

Atemberaubende Thriller und ausgezeichnete Dokumentationen hat das Fernsehprogramm der Woche gleich reihenweise zu bieten.

          Passend zur Sommerzeit beginnt die Fernsehwoche mit der Thrillerkomödie „Ferien mit einer Leiche“ und endet zum 40. Jahrestag des Berliner Mauerbaus anlassgemäß mit einer Dokumentation über vier Fluchthelfer.

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          Montag, 6. August

          VOX, Thrillerkomödie, 20.15 Uhr: Ferien mit einer Leiche

          In dem furiosen norwegischen Thriller sorgt eine Leiche im Keller für Wirbel. Wurde Gaute, Helenes Ex-Freund, ermordet oder starb er eines natürlichen Todes? War er schon tot, bevor Helenes Gatte zufällig auf eine Kellerluke trat und ihm das Genick brach? Der verwickelte, überraschende Thriller gefiel Hollywood so gut, dass drei Jahre später ein amerikanisches Remake entstand.

          Dienstag, 7. August

          WDR, Thriller, 22 Uhr: Das Fenster zum Hof

          Ist der mit einem Gipsbein an seine Wohnung gefesselte Sensationsfotograf Jeffries Zeuge eines Mordes geworden? Bei jedem Anschauen schlägt der Thriller-Klassiker den Zuschauer erneut in seinen Bann. Auch der Zuschauer hat nur das Fenster zum Hof und ist den gleichen Zweifeln ausgesetzt wie die Figuren des Films, den Hitchcock als seinen liebsten bezeichnete.

          B1, Komödie, 23 Uhr: Geliebte Aphrodite

          Woody Allen variiert eines seiner Lieblingsthemen: Überreflektierter Mann verguckt sich in unreflektierte Frau. Schauplatz ist natürlich wieder New York. Dennoch sollte man den Film wegen der witzigen Dialoge und dem oscarprämierten Spiel von Mira Sorvino, die das Callgirl Linda gibt, gesehen haben. Allein ihre Stimme!

          Mittwoch, 8. August

          Arte, Dokumentation, 0.15 Uhr: Lichter aus dem Hintergrund

          Eine Dokumentation über den Fotografen Robert Paris, den es von Berlin - Prenzlauer Berg fortzieht nach Indien. Der Film folgt diesem Weg und fängt Berlin in einer turbulenten Bau-Phase ein.

          Donnerstag, 9. August

          Arte, Familiendrama, 20.45 Uhr: Fremde Verwandte

          22 Jahre lang war sie mit ihrem Mann verheiratet, die Wahrheit über ihn erfährt Maureen Lessing aber erst nach seinem Unfalltod. James hatte Schulden und eine zweite Familie in Irland. Maureen steht vor einem seelischen Abgrund und dem finanziellen Ruin. Eine dankbare Rolle für Brenda Fricker, die für „Mein linker Fuß“ den Oscar erhielt. Dieter Pfaff spielt Maureens Steuerberater.

          Anschließend zwei international bekannte deutsche Filme der 70er Jahre:

          ORB, Liebesdrama, 22.35 Uhr: Angst essen Seele auf

          In dem Fassbinder-Film freundet sich die Putzfrau Emmi (Brigitte Mira) mit dem marokkanischen Gastarbeiter Ali (El Hedi Ben Salem) an und ist hinfort der Feindschaft ihrer Mitmenschen ausgesetzt.

          Vox, Roadmovie, 0.20 Uhr: Falsche Bewegung

          Der Wenders-Film mit Rüdiger Vogler und Hanna Schygulla basiert auf einem Drehbuch von Peter Handke, der „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ adaptierte.

          Freitag, 10. August

          ARD, Mediendokumentation, 21.40 Uhr: Die Meute

          Auf der diesjährigen „Cologne Conference“ lief Herlinde Koelbls Dokumentation im internationalen Wettbewerb der „Top Ten - Non Fiction“. Der renommierten Fotografin und Filmemacherin gelang ein sensibler Einblick in den Alltag von Berliner Journalisten, vom sogenannten „Frontschwein“ bis zum Chefredakteur - die Zunft soll von Koelbls Filmplänen zunächst übrigens alles andere als begeistert gewesen sein. Dem Untertitel der differenzierten Dokumentation muss man kaum etwas hinzufügen - es geht um „Macht und Ohnmacht der Medien“.

          WDR, Streittalk, 22 Uhr: Das schwarze Schaf

          Bettina Böttinger moderiert eine neue Sendung. Die Idee: Ein prominenter 'Sündenbock' soll die Chance erhalten, sich öffentlich zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Vorsichtig startet die Serie mit nur vier Folgen, dabei dürfte es doch rechtfertigungswütige schwarze Schafe genug geben. Böttinger wird bemüht sein, keine Erinnerungen an den „Heißen Stuhl“ aufkommen zu lassen.

          Samstag, 11. August

          BR, Stadtporträt, 20.15 Uhr: New York

          Fünfteiliges Porträt über die berühmteste Stadt der Welt. Der erste Teil zeigt die Stadtentwicklung von den Anfängen - 1624 kauften holländische Siedler Manhattan für 24 Dollar - bis zum Bürgerkrieg. Die vielgerühmte Reihe ist eine Produktion des US-Senders WGHB.

          Pro 7, Pornobiz-Drama, 22.15 Uhr: Boogie Nights

          Wer Anfang der 90er Jahre meinte, Burt Reynolds gehöre schon zum alten Eisen - er machte zweitklassige Filme und hatte einige peinliche Fernsehauftrtitte -, sah sich im Jahre 1997 widerlegt. Scheinbar mühelos schüttelte Reynolds die Rolle des Pornoregisseurs Jack Horner aus dem Ärmel. Regisseur Anderson gelang mit „Boogie Nights“ ein schillerndes und zugleich ernsthaftes Porträt der florierenden amerikanischen Pornoszene in den 70er Jahren.

          Sonntag, 12. August

          MDR, Dokumentation, 20.15 Uhr: Der Tunnel

          Der Tag des Mauerbaus jährt sich zum 40. Mal und wird das Fernsehprogramm der nächsten Tage thematisch bestimmen. Mit der grimme-preis-gekrönten Dokumentation „Der Tunnel“ wird gleich zu Beginn ein Akzent gesetzt. In Interviews mit Zeitzeugen, Archivmaterial und nachgestellten Szenen rekonsturiert Regisseur Marcus Vetter den spektakulären Tunnelbau von vier Studenten, die unter dem Todestreifen 29 Menschen den Weg in die Freiheit bahnten. Die Dokumentation wird bis in die Morgenstunden auf zahlreichen Sendern wiederholt.

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