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FAZ.NET-Spezial : Die „Harald Schmidt Show“ wird eingestellt

Daran haben wir zu knabbern: Harald Schmidt läßt uns allein Bild: dpa

Das wird ein ganz hartes Jahr: 2004 wird es keine „Harald Schmidt Show“ geben. Nach acht Jahren brauche er eine „Bildschirmpause“, läßt Schmidt mitteilen. Ob er jemals zu Sat.1 zurückkehrt, ist fraglich.

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          Das wird ein ganz hartes Jahr: 2004 wird es keine „Harald Schmidt Show“ geben. Der Moderator und Produzent Harald Schmidt lege nach acht Jahren eine Kreativpause ein, teilte die ProSiebenSat.1 Media AG am Montag mit. Sat.1 und Harald Schmidt hätten vereinbart, Gespräche über eine zukünftige Zusammenarbeit zu führen. „Nach acht Jahren, in denen ich ununterbrochen mit der 'Harald Schmidt Show' auf Sendung war, ist es für mich Zeit für eine Bildschirmpause“, sagte Harald Schmidt nach Angaben der ProSiebenSat.1 Media AG.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch kommt er überhaupt je zurück zu Sat.1? Der Zeitpunkt der „Pause“ gibt zu denken. Erst am Donnerstag hatte ProSiebenSat.1 seinen verdienten Geschäftsführer Martin Hoffmann entlassen, mit dem Schmidt befreundet ist; seine Sendung am Donnerstag abend bestritt er mit beißendem Spott über den neuen Senderchef, den Schweizer Roger Schawinski. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hatte Schawinski Schmidt angerufen, um mit ihm über eine weitere Zusammenarbeit zu reden; der Vertrag des Entertainers läuft zum Jahresende aus.

          Widersprüchliche Meldungen

          Am Montag morgen hatte es zuerst geheißen, daß Schmidt im Januar eine „zweiwöchige Pause“ einlege; wenig später folgte die Meldung, daß die Sendung im Jahr 2004 nicht fortgesetzt werde. „Wir haben Verständnis für die Entscheidung Harald Schmidts, nach acht Jahren eine Pause einlegen zu wollen, auch wenn wir dies natürlich sehr bedauern“, sagte Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat.1.

          Als alles begann: Schmidt 1995

          Schmidt sagte: „Ich habe Sat.1 viel zu verdanken und bleibe dem Sender auch weiterhin sehr verbunden.“ Das klingt schon sehr nach einem endgültigen Abschied von dem Sender, der seinen Freund Hoffmann und auch ihn selbst so brüskiert hatte. Der Image-Verlust von Sat.1 durch den Abgang seines größten Stars wäre gewaltig, schon ein Jahr ohne Schmidt dürfte gewaltige Probleme bereiten. Roger Schawinski dürfte kaum geahnt haben, was für einen schweren Job er antreten würde.

          Noch zwei Specials

          Schmidts Managerin Sigrid Korbmacher sagte, es werde an diesem Tage keine weiteren Kommentare geben, weder von Schmidt noch von seiner Produktionsfirma Bonito TV. Bei Bonito TV sind knapp 100 Mitarbeiter beschäftigt, die für die Produktion der Late-Night-Show zuständig sind, außerdem die SAT.1-Show „Was guckst Du?“ mit Kaya Yanar herstellen und Harald Schmidts Werbespots.

          Die „Harald Schmidt Show“ war am 5. Dezember 1995 erstmals auf Sendung gegangen. Das Format und Harald Schmidt wurden seitdem mit zahlreichen Fernsehpreisen, darunter der Deutsche Fernsehpreis und der Grimme-Preis, ausgezeichnet. Schmidt werde in Sat.1 noch in zwei Specials am 29. Dezember 2003 mit einem Jahresrückblick und am 8. Januar 2004 anläßlich des 20. Geburtstags des Senders zu sehen sein, teilte Sat.1 mit. Die entsprechenden Verträge zwischen Sat.1 und der Produktionsgesellschaft Bonito wurden vor wenigen Tagen unterschrieben.

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