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Wie erkläre ich’s meinem Kind : Was am Mars so interessant ist

Dann wollen wir mal: So stellt sich die Nasa vor, wie es aussieht, wenn der Lander „Insight“ auf dem Mars mit seinen Untersuchungen beginnt. Bild: Nasa via AP

Über fünfzig Sonden haben wir Menschen schon in Richtung des roten Planeten geschickt, Anfang der Woche ist wieder eine gelandet. Dass uns ausgerechnet der Mars so beschäftigt, hat drei Gründe.

          Jetzt gibt es die Kolumne „Wie erkläre ich's meinem Kind?“ auch zum Hören – und zum Abonnieren, als Podcast. Auch diese Folge.

          Ulf von Rauchhaupt

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Schon wieder eine Marssonde? Das werden sich nicht wenige Leute gefragt haben, als die amerikanische Weltraumbehörde Nasa am Montagabend live im Internet die geglückte Ankunft ihres Landers „Insight“ auf dem Mars feierte. Tatsächlich hatte unser roter Nachbarplanet schon jede Menge Besuch von der Erde. Mehr als fünfzig Raumfahrzeuge wurden schon zu ihm geschickt. Zwar kam nur etwa die Hälfte von ihnen heil – oder überhaupt – dort an, doch auch die andere Hälfte hat fleißig Daten geliefert und das nun schon seit 54 Jahren. Aktiv sind derzeit insgesamt acht Sonden am Mars im Einsatz. Sechs umkreisen ihn als Beobachtungssatelliten, zwei fahren beziehungsweise stehen auf seiner Oberfläche. Damit ist er der nach der Erde heute am besten überwachte Himmelskörper überhaupt. Selbst manche Gegenden unseres Heimatplaneten, einige Tiefseeregionen nämlich, sind nicht so genau kartiert wie die Oberfläche des Mars.

          Warum ist das so? Warum interessieren sich die Forscher heute mehr für den Mars als beispielsweise für den Mond, der uns doch sehr viel näher ist? Oder für die Venus, unseren anderen Nachbarplaneten, der obendrein etwa die selbe Größe hat wie die Erde? Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe.

          Erstens ist der Mars gut zu erforschen, jedenfalls besser als die Venus. Deren Oberfläche ist von einer sehr dicken Wolkenschicht verhüllt, und die Bedingungen auf der Oberfläche sind sehr unwirtlich. Es ist doppelt so heiß wie in einem Backofen, und besagte Wolken bestehen aus Schwefelsäure. Keine der Landesonden auf der Venusoberfläche hat dort viel länger als eine Stunde durchgehalten.

          Zweitens aber gibt es auf dem Mars deutlich mehr zu erforschen. Der geologisch vielfältigste Himmelskörper des Sonnensystems ist zweifellos die Erde – nirgendwo sonst gibt es so viele verschiedene Minerale, Gesteine und Landschaftsformen und solch vielfältige Wetterphänomene wie auf unserer Heimatwelt. Doch danach kommt gleich der Mars. Er hat zwar nur etwa den halben Durchmesser der Erde und ein Viertel ihrer Oberfläche, ist ihr aber ansonsten in vielem verblüffend ähnlich. So rotiert er fast so schnell um die eigene Achse: ein Marstag dauert 24 Stunden und 37 Minuten. Die Drehachse des Mars steht zudem nur unwesentlich schiefer als die der Erde, und er ist nur etwa anderthalb mal so weit von der Sonne entfernt, so dass deren Wärme dort noch gut spürbar ist.

          All dies zusammen bedeutet, dass es auch auf dem Mars einen Wechsel der Jahreszeiten gibt.  Außerdem hat er ebenfalls eine Atmosphäre. Sie ist zwar dünner als die unsrige und besteht aus einem Gas, das man nicht atmen kann, aber dafür ist sie wenigstens durchsichtig. Damit gibt es Wind und auch so etwas wie Wetter auf dem Mars: kleine Windhosen genauso wie ausgedehnte Stürme. Und obendrein besitzt der rote Planet, wie man heute weiß, reichlich Wasser.

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