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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Ob das Urheberrecht das Internet kaputtmacht

Bedrohte Art? Der irische Youtuber Jacksepticeye auf der Bühne Bild: Picture-Alliance

Gerade warnen viele Leute davor, dass EU-Politiker das Internet, wie wir es kennen, kaputtmachen könnten. Viele Youtuber schlagen Alarm, allen voran die Youtube-Chefin. Was ist da dran?

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          Jetzt gibt es die Kolumne „Wie erkläre ich's meinem Kind?“ auch zum Hören – und zum Abonnieren, als Podcast. Auch diese Folge.

          Wie bitte? Das Internet, wie wir es kennen, könnte durch eine Entscheidung der EU drastisch verändert werden? Der Lebensunterhalt von Leuten, die als Youtuber ihr Geld verdienen, und ihre Möglichkeit, sich weltweit Gehör zu verschaffen, sind bedroht? Hunderttausende Arbeitsplätze sind in Gefahr? Anfang der Woche hat die Youtube-Chefin Susan Wojcicki einen Brief an die Youtuber geschrieben, die dem Unternehmen am wichtigsten sind und Creator genannt werden. Darin ruft sie dazu auf weiterzusagen, wie schlimm es um die Youtuber und das Internet steht. Einen Hashtag gibt es dafür auch: #SaveYourInternet heißt er und ist schon selbst ein Rettungsruf.

          Das klingt natürlich alles ganz schrecklich, und nicht erst seit Montag gibt es viele, viele Leute in den sozialen Netzwerken, die machen, worum Susan Wojcicki gebeten hat: Sie sagen, dass irgendwelche ahnungslosen Politiker, die das Internet nicht verstanden haben, alles kaputtmachen wollen, dass die Meinungsfreiheit in Gefahr ist und dass wir uns das nicht gefallen lassen dürfen. Viele tausend Leute haben Online-Aufrufe unterschrieben, um diese EU-Entscheidung noch zu stoppen, und die EU-Politiker sind mit E-Mails überflutet worden. Manche von ihnen sind sogar richtig bedroht worden.

          Und es stimmt natürlich: Wenn die Meinungsfreiheit in Gefahr ist, muss man was dagegen tun. Natürlich etwas anderes, als Leute zu bedrohen. Aber in der ganzen Diskussion sind nicht nur die Leute übers Ziel hinausgeschossen, die da aggressiv geworden sind. Auch viele derer, die sich lautstark empören, haben sich wohl nicht die Zeit genommen, mal genauer hinzuschauen, was eigentlich das Problem ist und ob sich Youtube nicht vielleicht auch insgeheim um etwas anderes sorgt als um die Meinungsfreiheit.

          Youtube macht es sich einfach

          Die bei Youtube registrierten Videomacher sind nämlich nicht die einzigen Creators, also Schöpfer, auf der Welt, und schon gar nicht die einzigen, deren Lebensunterhalt bedroht wird. Auch Schriftsteller, bildende Künstler, Musiker, Schauspieler oder Filmemacher wollen, dass sie selbst an ihrer Kunst verdienen. Das ist nicht immer leicht, das war es noch nie, aber es hat sich mit Computern und dem Internet verändert: Ihre Werke können, sind sie erst einmal digitalisiert, also auf einem Computer, Smartphones oder ähnlichem zu sehen oder zu hören, ganz leicht kopiert werden – als Ganzes oder in kleinen Schnipseln. Was man Cooles oder Lustiges mit diesen kleinen Schnipseln machen kann, zeigen die Samples in der Musik oder die Memes und Gifs im Internet. Aber spätestens, wenn ein Hörspiel oder ein Kurzfilm oder ein Buch als E-Book komplett kostenlos im Netz zu finden ist, haben die Leute nichts mehr davon, die viel Zeit und Kraft und Mühe und auch Geld in die Produktion gesteckt haben. Außerhalb des Internets heißen sie nicht Creators, sondern Urheber, und dass man ihnen nicht einfach wegschnappen kann, was sie geschaffen haben, regeln Urheberrechte.

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