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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Alarmsignal für Kinder

Macht ein Tracker es ihnen im Straßenverkehr wirklich leichter? Schulkinder im Sommer 2013 in Frankfurt an der Oder Bild: Picture-Alliance

Mit Daten kann man die tollsten Sachen machen. Aber auch die schlimmsten. Die Diskussion um den neuen Schüler-Tracker „Schutzranzen“ macht auch Kindern die Bedeutung des Datenschutzes begreiflich.

          Privatsphäre ist ein Wort, das sich schon beim Aussprechen umständlich anfühlt. Dabei geht es um etwas Selbstverständliches: Man will für sich sein oder etwas für sich behalten. Bestes Beispiel: Kinder kommen nach Hause, die Eltern fragen, wie es war, die Kinder sagen „gut“ und verziehen sich schleunigst. Das fühlt sich für die Eltern meist seltsam an, weil sie doch nur wissen wollen, ob alles in Ordnung ist, ob es ihrem Kind gutgeht, ob sie etwas tun können. Lauter Fragen, gegen die eigentlich keiner was haben kann. Und trotzdem fühlt es sich auch für die Kinder seltsam an, die – den meisten Kindern geht das so – einfach im Moment nicht genauer erzählen wollen, wie es geht. Weil sie gerade etwas anderes im Kopf haben. Weil sie selbst entscheiden wollen, wann und wie sie was erzählen und wie viel sie erzählen – und was vielleicht eben auch nicht. Da muss es nicht immer gleich darum gehen, dass sie den Eltern was verheimlichen wollen.

          Obwohl manchmal auch Sachen passiert sind oder die Kinder Sachen erfahren haben, die sie unglaublich beschäftigen, aber die Eltern trotzdem nichts angehen — dass sich die beste Freundin verliebt hat oder dass man Ärger mit einem Lehrer hatte. Weil es die Eltern nichts angeht oder sie sich unnötig aufregen oder die falschen Schlüsse ziehen oder etwas schlicht nicht verstehen könnten. Das kommt vor. Es ist nicht einfach, eine Balance zu finden, was Eltern wissen müssen, weil sie ja die Verantwortung tragen, und was sie nicht wissen müssen, weil Kinder ja auch selbständig sind und ihre Privatsphäre brauchen. Im besten Fall führt das in Familien immer mal zu Diskussionen – und, wenn es nicht so gut läuft, zu Streit und schlechten Gefühlen.

          Es kommt natürlich nicht nur in Familien vor. Gerade gibt es Streit um eine Idee, wie man die Zahl von Verkehrsunfällen mit Schulkindern verringern kann. Die Firma Coodrive hat sich ein System namens „Schutzranzen“ ausgedacht: Kinder bekommen einfach eine App, die Autofahrern Signale sendet und zeigt, dass sie da sind. Und besondere Zeichen, wenn sie in eine Gegend kommen, aus der ganz viele solcher Signale kommen – vor einer Schule zum Beispiel.

          Wer kann nur etwas dagegen haben?

          Für Kinder, die kein Smartphone besitzen, gibt es kleine Geräte mit dem gleichen Zweck, die man einfach in den Ranzen stecken kann. Später einmal, wenn die Technik so weit ist, kriegen direkt die Autos die Signale und nicht die Fahrer. Außerdem können die Eltern angezeigt bekommen, wo ihre Kinder gerade stecken, wenn die sich verspäten. Und wenn die Kinder nur noch wenig Akku haben, gibt es auch ein Zeichen für die Eltern, damit die sich keine Sorgen machen, wenn sich die Kinder nicht melden.

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