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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Was wir im Weltall suchen

Außenarbeiten Anfang Oktober: der deutsche Astronaut Alexander Gerst außerhalb der Internationalen Raumstation ISS Bild: dpa

Wir schicken Sonden auf ferne Kometen, bauen Raumstationen und planen eine Reise bis zum Mars: Was wir im Weltraum machen, hat viele Erfindungen ermöglicht. Aber es steckt noch mehr hinter unserem Interesse am All.

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          Gerade ist wieder viel los im All. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist putzmunter von der Internationalen Raumstation zurückgekehrt, und kurz darauf gelang es europäischen Weltraumforschern, eine unbemannte Sonde auf dem Kern eines Kometen abzusetzen und dort unter anderem Fotos zu machen – fünfhundert Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

          Ulf von Rauchhaupt
          Redakteur im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Warum machen Menschen so etwas? Schließlich ist es nicht ungefährlich, zumindest wenn Astronauten beteiligt sind, und in jedem Fall ist die Sache unglaublich teuer. Die Reise zu dem Kometen etwa hat etwas mehr gekostet als J. K. Rowling an sämtlichen „Harry Potter“-Büchern und Filmen zusammen verdient hat.

          Bild: Johannes Thielen

          Nun wurden allerdings durch die Raumfahrt inzwischen eine ganze Reihe sehr praktischer Erfindungen möglich: So hätte es ohne Raumfahrt keine Live-Übertragung der Fußball-WM aus Brasilien gegeben, kein GPS für Navis, und auch die Wettervorhersagen wären sehr viel ungenauer, als es sie heute sind, da man die Atmosphäre vom All aus beobachten kann.

          Das alles leisten aber unbemannte Satelliten im Umlauf um die Erde, dazu braucht man weder Astronauten noch Kometensonden. Warum gibt es sie trotzdem? Zunächst einmal aus dem gleichen Grund, warum es zum Beispiel archäologische Ausgrabungen, Forschungsschiffe oder Teilchen-Beschleuniger gibt, die ja auch keinen unmittelbaren praktischen Nutzen haben und ebenfalls nicht ganz billig sind: Es ist einfach so, dass der Mensch neugierig ist und mehr über die Welt herausfinden möchte, und zu dieser Welt gehört eben auch das All und alles was darin ist, Kometen zum Beispiel. 

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          Aber beim Weltraum kommt noch etwas hinzu. Es ist unsere Freude daran, neue, unbekannte Orte zu besuchen. Dabei geht es nicht nur ums Erforschen, also um das Sammeln von Wissen. Wer einen Höhleneingang entdeckt, bekommt zuweilen Lust, sich eine Taschenlampe zu besorgen und hineinzugehen. Und auch wenn daneben ein Schild stünde, auf dem genau erklärt wäre, wie tief die Höhle ist und welche Fledermausarten dort wohnen, würden viele sie trotzdem gerne besuchen, um sie sich mit eigenen Augen anzuschauen.

          Diese Freude am Nachguckenwollen gab es immer schon. Menschen früherer Zeiten hat sie zu Entdeckungsfahrten über die Meere gebracht, in Wüsten, Polargebiete oder auf hohe Berge. Und heute, da wir die technischen Möglichkeiten dazu haben, ist es eben das Weltall.

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