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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum Eltern immer wissen wollen, wie es war

Geht’s noch? Zum falschen Zeitpunkt wird auch eine gutgemeinte Frage mit kindlicher Ablehnung quittiert. Bild: Picture-Alliance

Wie war’s? Als Kinder hat uns diese Frage selbst genervt, als Eltern stellen wir sie jeden Tag. Was ist so schlimm daran? Und was doch gut? Wir haben mit Betroffenen gesprochen.

          Die Situation ist so verbreitet wie unerfreulich: Das Kind kommt zur Tür herein, die Eltern schauen es erwartungsvoll an, fragen „Na, wie war's?“, das Kind sagt „gut“ und verschwindet im Kinderzimmer. Oder, noch schlimmer: Die Frage kommt am Esstisch, und das Kind hat keine Chance, der Aufforderung zu entgehen, die unweigerlich auf die einsilbige Antwort folgt: „Nun erzähl' doch mal!“

          Was seltsam daran ist: Eigentlich wissen alle, was kommt. Auch die Eltern, die das fragen (und welche Eltern fragen das nicht?) kennen es aus der eigenen Kindheit: Das Gefühl, darauf nicht mehr als ausweichend antworten zu wollen. Jedenfalls gerade nicht. Und trotzdem fragen sie. Warum nur? Und warum ist es so doof, darauf zu antworten?

          Schlechtes Gewissen, Angst und Neugier

          Man kann diese Frage Eltern stellen, und man kann sie Kindern stellen. Natürlich nicht, wenn sie gerade zur Tür hereinkommen. Und – eine Erleichterung: Die Antworten ergänzen sich ganz gut.

          „Ich weiß, es klingt etwas weit hergeholt“, sagt Jasper, elf Jahre alt, und grinst frech, „aber weil sie sich für ihr Kind interessieren?“

          „Das ist halt der Elterninstinkt“, überlegt die gleichaltrige Lilith, „die wollen sich kümmern und sorgen sich, das muss so sein.“

          Warum dann die Abfuhr? „Ich möchte dann nichts erzählen, weil man ja auch seine Privatsphäre braucht“, sagt Jasper, „meistens ist das nach einem sehr anstrengenden Tag, und ich muss erst mal runterkommen.“

          „Ich will, wenn ich von der Schule komme, nicht schon wieder über Schule reden“, sagt Mathilda, zehn Jahre alt, „das ist meine Welt.“

          Ob es Eltern lieber lassen sollen, wird Lilith von ihrer Mutter gefragt. „Nein, auf keinen Fall, das würde ja bedeuten, dass ich dir ganz egal bin, dass du dich überhaupt nicht für mich oder für das, was ich tue, interessieren würdest.“

          Und was sagt die Mutter selbst dazu? „Es ist der Versuch, Anteil zu nehmen an einem Leben, das sich nun in großen Teilen außerhalb meiner Wahrnehmung abspielt.“ Die Angst, jedwede Kontrolle darüber zu verlieren, teilt sie mit vielen anderen. Genau so wie das schlechte Gewissen als Berufstätige, sich weniger um die Kinder kümmern zu können als man gern würde. Und dann ist da noch die Neugier, weil viele der Erlebnisse ja auch einfach spannend sind und toll und lustig.

          Auch Mathildas Mutter spricht von dem Gefühl, es sei so viel passiert, von dem man nichts mitbekommen hat, dass man sich erhoffe, etwas zu erfahren. Egal, ob „Die-und-die hat mich geärgert, und ich saß alleine auf einer Bank im Schulhof“ oder „Der Kunstlehrer hat sich heute total witzig versprochen“.

          So etwas erfährt man natürlich nie auf die Frage. Dass man es dennoch irgendwann erfährt, plötzlich, zwischen Tür und Angel, oder abends kurz vor dem Einschlafen, ist für uns Eltern ein großes Glück.

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