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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum wir Seitenstechen bekommen

Hoffentlich stoppt ihn kein Seitenstechen: Läufer im Sonnenuntergang Bild: Picture-Alliance

Wer kennt es nicht: Da wollen wir einmal besonders schnell rennen, und plötzlich – Seitenstechen! Regelmäßig atmen, heißt es dann, bloß nicht stehenbleiben! Doch hilft das wirklich? Und wo kommt Seitenstechen überhaupt her?

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          Die Kolumne „Wie erkläre ich's meinem Kind?“ gibt es auch zum Hören – und zum Abonnieren, als Podcast. Auch diese Folge.

          Auf die richtige Antwort auf die Frage, warum wir Seitenstechen bekommen, haben sich die Wissenschaftler bis heute nicht einigen können. Das liegt auch daran, dass Seitenstechen nur schwer zu erforschen ist: Es taucht nur dann auf, wenn wir uns bewegen. Hören wir damit auf, ist es meist schnell wieder weg. Trotzdem gibt es ein paar mögliche Erklärungen.

          Einige Ärzte sagen, das Zwerchfell sei schuld. Das ist der Atemmuskel, der unseren Bauch von unserer Brusthöhle trennt. Wird dieser stärker belastet, wenn wir bei sportlicher Anstrengung schneller atmen, kommt es zu Schmerzen. So die Theorie. Andere Wissenschaftler sind davon jedoch nicht überzeugt. Denn wir atmen schließlich immer. Deshalb ist der Muskel, den wir dafür brauchen, schon ziemlich gut trainiert und kommt nicht so schnell aus der Puste.

          Eine wahrscheinlichere Erklärung hat deshalb mit unserer Durchblutung zu tun. Die Regionen des Körpers, die wir gerade besonders beanspruchen, sind besser durchblutet als andere. Machen wir zum Beispiel nach dem Mittagessen unsere Hausaufgaben, können wir uns oft schlecht konzentrieren. Das kommt daher, dass unser Bauch damit beschäftigt ist, das Mittagessen zu verdauen. Unser Blut fließt in Magen und Darm, obwohl wir es für die Hausaufgaben eigentlich im Kopf bräuchten. Stattdessen werden wir müde. Machen wir Sport, passiert etwas Ähnliches. Denn dann brauchen die Muskeln besonders viel Blut, was in unseren inneren Organen fehlt. Dadurch können sich zwei davon, Leber und Milz, verformen. Da diese beiden Organe besonders schmerzempfindlich sind, könnte es sein, dass Seitenstechen entsteht. Sticht es rechts, ist es wahrscheinlich die Leber, sticht es links, die Milz.

          Diese Theorie wird auch dadurch bestärkt, dass wir nach dem Essen besonders häufig Seitenstechen bekommen. Dann brauchen nämlich sowohl die Organe als auch die Muskeln besonders viel Blut. Eine Art Konkurrenzkampf entsteht, und die Verteilung unseres Blutes wird noch komplizierter. Deshalb sollte man vor dem Sport lieber nicht zu viel essen. Zwei bis drei Stunden Pause empfehlen die Ärzte nach einer Mahlzeit. Wer kurz vor dem Sportunterricht ein Loch im Bauch hat, sollte lieber etwas Kleines wie eine Banane essen. Außerdem hilft es, nicht gleich loszusprinten, sondern langsam anzufangen und sich mit der Zeit zu steigern. Dann hat das Blut mehr Zeit, sich in die Muskeln zu verteilen.

          Trotz aller Unsicherheiten steht eines aber fest: Seitenstiche sind zwar unangenehm, aber vollkommen ungefährlich. Wenn wir eine kleine Pause machen, langsamer gehen und die Arme nach oben strecken, sind sie meist genauso schnell weg, wie sie gekommen sind. Und wir können bald wieder durchstarten.

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