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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Die Sache mit den Halbjahreszeugnissen

Grund zur Aufregung? Schulkinder mit Zeugnissen Bild: dpa

In einigen Bundesländern hat es an diesem Freitag Halbjahreszeugnisse gegeben. Welche Bedeutung haben sie für Eltern und Kinder? Gerade, dass sie nicht so wichtig sind, macht sie wichtig, sagen sie.

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          Natürlich sind die Halbjahreszeugnisse eigentlich nicht so wichtig, da sind sich Schüler und ihre Eltern einig. Aber ganz ohne ist es eben auch nicht, wenn sie in diesen Wochen – in einer Reihe von Bundesländern an diesem Freitag – ausgegeben werden. Gerade weil von ihnen noch nichts abhängt, erklären es Kinder, mit denen wir darüber gesprochen haben.

          Fridtjof Küchemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Alan, der mit seinen neun Jahren in die dritte Klasse geht, findet sie „wichtig, aber nicht so wichtig wie das richtige Zeugnis“. Der sechzehn Jahre alte Mats aus der 10. Klasse nennt es einen „Warnschuss“. „Man nimmt es als Signal“, sagt Jasper, elf Jahre alt, aus der Sechsten: „Wenn es zu schlecht ist, muss man eben etwas ändern.“ Und die gleichaltrige Lilith ergänzt, man könne so Lücken sehen und noch alles aufarbeiten bis zum Versetzungszeugnis.

          Eher trösten als schimpfen

          Diese Lücken sehen die Schüler selbst, und auch die Eltern sehen sie. Man sollte, empfiehlt Jasper, sich das Zeugnis in Ruhe angucken und gemeinsam besprechen: Sind wir zufrieden? Reicht dem Kind das selbst? Und reicht es auch zu dem, was es werden will? Auf die Ruhe legen beide Kinder großen Wert: Es gibt Eltern, erzählt Lilith, die rasten wegen einer einzigen schlechten Note aus. „Deswegen muss man ja nicht sauer werden, das ist echt übertrieben“, findet sie. Eltern und Kinder sollten lieber miteinander reden, überlegen, wie man  etwas aufholen kann, ob Nachhilfe eine Idee wäre oder die Eltern selbst mit den Kindern üben könnten.

          Bild: Johannes Thielen

          „Beide Seiten sollten darauf achten, dass es nicht zum Streit kommt“, findet auch Jasper. „Wenn die Eltern mit dem Zeugnis nicht zufrieden sind, sind es die Kinder doch meistens auch nicht. Also sollten die Eltern eher trösten als schimpfen. Und die Kinder sollten darauf achten, dass sie das auch nicht zu leicht nehmen.“

          Lilith empfiehlt, dass die Eltern das Zeugnis überhaupt erst einmal vollständig in Ruhe lesen, auch die Sätze über das Sozialverhalten, bevor man sich über eine einzelne Note aufregt und ein Urteil fällt. Überhaupt sollten sich Eltern nicht nur auf das konzentrieren, was schlecht in einem Zeugnis ausgefallen ist, sondern mindestens genauso viel auf die guten Noten schauen.

          Gerade bei nicht so guten Schülern sollten gute Noten besonders gefeiert werden, findet Jasper: „Eltern können Kinder auch ruhig mal loben, für die Mühe, die sie sich gemacht haben.“

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