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Wie erklär ich‘s meinem Kind? : Warum manche Menschen gegen die Homo-Ehe sind

Glücklich verheiratet: das japanische Model Ayaka Ichinose (links) mit Ehefrau, der Schauspielerin und Tänzerin Akane Sugimori Bild: Picture-Alliance

Unnatürlich, irgendwie nicht normal, und dem Papst gefällt es auch nicht: Manche Menschen kommen mit Homosexualität nicht klar. Warum, das versuchen wir heute zu erklären.

          Momentan reden alle über die sogenannte Homo-Ehe – ein eher nicht so schönes Wort für zwei Männer oder zwei Frauen, die einander heiraten. In Irland darf man das jetzt, denn die Iren haben in einer großen Abstimmung dafür gestimmt. Und wenn ein solches Ehepaar ein Kind hätte, weil es zum Beispiel eins adoptiert, dann hätte das Kind zwei Mütter oder zwei Väter.

          Die meisten Menschen sind der Meinung, dass es für eine Ehe am wichtigsten ist, dass die beiden Partner sich liebhaben, und für eine Familie, dass die Eltern das Kind liebhaben. Aber es gibt auch Menschen, die das anders sehen. Manche fragen: „Ist das denn gut für das Kind? Kann das überhaupt eine richtige Familie sein?“ Bislang gibt es wenig Hinweise, die dagegen sprechen.

          Die Natur mag es bunt

          Es gibt aber auch welche, die sind da noch radikaler. Die sagen: „Das ist doch nicht normal, dass zwei Männer oder zwei Frauen sich liebhaben! Das war nie normal, das wird es nie sein, und warum bekommen solche Leute überhaupt so viel Aufmerksamkeit? Bald müssen wir normalen Menschen uns wohl noch dafür entschuldigen, dass wir normal sind!“ Solche Leute glauben, dass alles, was sie für unnatürlich halten, auch unnatürlich ist. Natürlich ist aber alles, was die Natur gemacht hat. Und die Natur hat auch schwule und lesbische Menschen gemacht. Die Natur mag es nämlich bunt.

          Vielleicht muss man einmal nach Irland schauen. Irland war sehr lange von der katholischen Kirche bestimmt. Der Papst, der Chef der katholischen Kirche, findet es jedenfalls nicht normal, wenn Männer Männer lieben und Frauen Frauen. Man müsse solche Leute bedauern, sagt er. Und die sollten dann am besten überhaupt niemanden liebhaben, sondern allerhöchstens befreundet sein, das gehe gerade noch.

          Allerdings kennen die meisten Iren jemanden in ihrem Freundeskreis oder in ihrer Familie, der schwul oder lesbisch ist. Und dass die niemanden liebhaben dürfen und alleine bleiben sollen, das halten die Iren für eine schlimme Strafe. Deshalb haben sie entschieden: Alles Unsinn, was die Kirche sagt, und auf den Papst haben wir nun die längste Zeit gehört! Dass es unseren Freunden gut geht,  ist uns wichtiger. Es kann ja wohl nicht sein, dass sich Leute ein Leben lang dafür schämen müssen, ein bisschen anders zu sein als andere.

          Normale Frau, normale Kinder

          „Ja gut“, sagen dann bei uns die Gegner der Homo-Ehe. „Die können ja privat machen, was sie wollen. Aber müssen sie dann auch noch dauernd darüber reden? Und so öffentlich? Und erwarten die etwa, dass man ihnen dazu gratuliert? Mir gratuliert doch auch niemand! Ich bin normal, ich habe eine Frau und Kinder, und niemand setzt sich für meine Rechte ein!“ Die meisten Gegner der Homo-Ehe reden nämlich gerne davon, wie normal sie selbst sind. Sie reden auch gerne von ihrer normalen Frau und ihren normalen Kindern. Aber der schwule Arbeitskollege soll dann lieber nicht erzählen, dass er am Wochenende mit seinem Mann im Theater war, das ist dann nämlich nicht normal und deshalb privat.

          Naja, möchte man denen dann sagen, um welche Rechte geht's denn? Das Recht, sich besser fühlen zu dürfen, als andere? Oder sollen wir gratulieren für die Freiheit, sich niemals Sorgen gemacht zu haben, man könnte für sein Anderssein benachteiligt oder gehänselt oder gar beschimpft werden? Das geht nämlich vielen so, wenn sie jemanden lieben, der das gleiche Geschlecht hat wie sie selbst. Da trauen viele sich erst einmal nicht, das überhaupt zu sagen, den Eltern oder den Freunden. Das ist nicht so einfach.

          Herzlichen Glückwunsch!

          Aber gut, wir wollen hier einmal die Welt retten. Wir gratulieren jetzt nämlich:

          Liebe Gegner der Homo-Ehe! Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Normalität! Es ist schön, dass Sie ordnungsgemäß Frauen lieben (oder Männer). Es ist schön, dass Sie ein Kind auf normalem Weg gezeugt und geboren haben. Wir hoffen, Sie haben es sehr lieb. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer ganz normalen, wohlgeratenen Familie!

          So, jetzt ist aber bitte Ruhe im Karton. Und keiner ist mehr beleidigt, weil irgendjemand anderes mehr Aufmerksamkeit hatte als der andere. Jeder soll jeden lieben können. Und wenn dann irgendwo noch ein Kind mitgeliebt wird, dann ist das eine gute und schöne Sache.

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