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Abenteuer Advent : Der Wunsch war Vater des Gesprächs über Geld

Was sollen Kinder über ihre Weihnachtswünsche wissen? Geschenke in bunter Verpackung Bild: Picture-Alliance

Wie es kam, dass es beim vorweihnachtlichen Wünschdirwas auf einmal ums Geld ging. Und warum wir zum guten, alten Wunschzettel zurückgekehrt sind.

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          Was darf es denn kosten? Schon im Blumenladen, beim Juwelier oder vor den Krawatten in der Herrenabteilung ist diese Frage unangenehm. Sie reduziert ein Geschenk nüchtern auf den Geldwert und zwingt den Käufer, statt über die Freude, die er jemandem bereiten will, über den Preis nachzudenken, den ihm diese Freude wert ist.

          Komisch ist es, wenn diese Frage beim Gespräch über die Weihnachtswünsche der Kinder fällt. Und schlimm, wenn sie direkt von den Kindern kommt. Sie weckt uns Eltern wie mit einer kalten Dusche, wo wir doch gerade noch von glänzenden Augen unterm Baum träumten, beim Auspacken, in ein paar Wochen.

          Schon sprachen wir übers Geld - ich zumindest

          Mir ist es einmal so gegangen. Der Wunsch war, wie Kinderwünsche eben manchmal so sind: einfach eine Nummer zu groß. Es war freilich kein Pony und kein Paddelboot, sondern eines von diesen mittelgroßen Lego-Sets. Wir Eltern können über deren Preise immer nur staunen. Die Großeltern dürfen sie nie erfahren.

          Also durften die Großeltern auch nicht von diesem Wunsch erfahren. So viel stand fest. Schon war die traute Vorweihnachtsplauderei mit dem Großen ins Stocken geraten, und als ich mein Kopfschütteln erklären musste, nahm sie eine jähe Wendung. Das sei schlicht zu teuer für einen Wunsch an die Großeltern, sagte ich. Was es denn kosten dürfe, war die naheliegende Nachfrage. Auf die ich trotzdem nicht gefasst war.

          Wir sprachen also übers Geld. Genau genommen war nur ich es, der über Geld sprach, in der misslichen Lage, die weihnachtliche Großzügigkeit meiner eigenen Eltern abschätzen zu müssen. Er hingegen sprach, das wurde mir im Nachhinein klar, lediglich darüber, wie er es schaffen kann, einen passenden Wunsch zu finden. Künftig fragte er zuerst, was es kosten dürfe, und suchte sich dann etwas aus, was niemanden in Verlegenheit bringen würde. Er freute sich trotzdem, aber der Weihnachtszauber war dahin.

          Schließlich sind wir zur klassischen Wunschliste zurückgekehrt. Auf der hätte sogar ein Pony Platz oder ein Paddelboot, weil allen einleuchtet, dass sich hier mehr Wünsche finden, als zum Fest erfüllt werden. Und um die Frage der Dimension müssen sich immerhin die Kinder keine Gedanken machen.

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