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Kolumne „Nine to five“ : Krass, was da abgeht

In Schullektüre kann man sich durchaus wiederfinden, wenn man sie denn liest: Szene aus dem Kinofilm „Tschick“ Bild: Picture-Alliance

Muss man an der Jugend verzweifeln? Das hier wiedergegebene Gespräch zwischen zwei Schülern, die im Bus gerade Hausaufgaben abschreiben, gäbe jedenfalls Anlass dazu. Oder verdrängt man seine eigene Pubertät?

          1 Min.

          Draußen stürmt’s. Zwei Schüler wehen in den Bus, lassen sich auf Plätze plumpsen. Unter den Masken wird genuschelt.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Hast du Englisch gemacht? Voll Scheiße. Die Vokabeln kann ich nicht. Keine Zeit.

          Nee, hab den Marco gefragt, der hatte auch keinen Bock.

          Smartphonedaddeln. Lachen.

          Was ist mit Mathe?

          Hab ich dabei, kannste haben.

          Rucksackwühlen. Der Kleine schreibt ab. Der Große erklärt:

          Hat mein Bruder gemacht, der macht das gern, der kann das.

          Mathe ist in fünf Minuten zwischen vier Haltestellen erledigt.

          Wie fandste Deutsch?

          Voll schwer, hab nicht verstanden, was die M. mit ihren Fragen wollte.

          Das fand ich einfach. Haste denn das Buch gelesen?

          Sag mal, spinnst du? Das waren mindestens 50 Seiten.

          Smartphonedaddeln. Eine Mutter mit Kleinkind wühlt sich durch den Gang. Der Große fragt:

          Wollen Sie sich setzen?

          Die Frau will und bedankt sich höflich. Die Kinder lächeln.

          Worum geht es überhaupt in dem Buch? Schieb mal rüber!

          Der Kleine holt ein zerfleddertes Exemplar von „Tschick“ raus. Der andere liest den Klappentext.

          Krass, was da abgeht, der ist voll der Loser, um den es da geht.

          Die Was-soll-aus-denen-bloß-mal-werden-Gespräche kriegen die Jungs nicht mit. Geführt werden sie von zwei mitteljungen Studenten. Einer seufzt gespielt theatralisch:

          Ist das jetzt das Leben oder die Pubertät?

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