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Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Warum man bei Durst keine Limo trinken soll

Ein paar Zitronenscheiben in den Wasserkrug, schon ist der beste sommerliche Durstlöscher fertig. Bildbeschreibung einblenden Podcast starten 03:22

Ein paar Zitronenscheiben in den Wasserkrug, schon ist der beste sommerliche Durstlöscher fertig. Bild: Picture-Alliance

Nach dem Spielen etwas Erfrischendes zu trinken ist besonders an heißen Tagen eine Wohltat, und kaum etwas schmeckt im Sommer so gut wie Eistee oder Limonade. Manche Erwachsene sagen, süße Getränke würden gar nicht gegen Durst helfen. Stimmt das?

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          Als die Lebewesen vor vielen Millionen Jahren anfingen, das Land zu besiedeln, entwickelte sich auch das Durstgefühl. Durst ist also ein überlebenswichtiges Signal unseres Körpers, dass ihm Flüssigkeit fehlt. Und die braucht er für den Kreislauf und damit unsere Organe richtig arbeiten können. Wichtig ist aber nicht nur, dass wir genug Wasser haben, sondern auch das Verhältnis von Wasser zu Salz in unserem Körper.

          Salze haben viele wichtige Aufgaben in unserem Organismus und damit sie überall dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden, werden sie in Wasser gelöst transportiert. Gerät das Verhältnis von Wasser und Salz aus dem Gleichgewicht, signalisiert unser Gehirn: „Trink was!“ Das passiert, wenn wir viel Salz essen oder schwitzen.

          Bei Zucker ist es ein bisschen anders. Zucker besteht aus Glucose, und die hat nicht nur eine andere Funktion als Salz, sondern auch eine andere Wirkung auf den Körper. Während Salz ein wichtiger Mineralstoff für unseren Körper ist und zum Beispiel dafür sorgt, dass unsere Nerven und Muskeln richtig funktionieren, können wir aus Zucker nur Energie gewinnen. Das Gefühl, von süßen Getränken Durst zu bekommen, ist also trügerisch. Stattdessen ist es der Zucker, von dem unser Körper noch mehr haben will.

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          Wer nur Saft oder Softdrinks trinkt, gewöhnt sich schnell an den süßen Geschmack. Irgendwann schmeckt einem nichts anderes mehr und man will nur noch Süßes trinken, denn genau wie Zigaretten oder Alkohol kann auch Zucker süchtig machen. Das Problem ist, dass wir gar nicht merken, wie viel Zucker wir eigentlich zu uns nehmen, wenn wir den ganzen Tag nur Cola trinken: 100 Milliliter enthalten ungefähr zehn Gramm Zucker, in einer Dose Cola sind also ungefähr neun Stücke Würfelzucker.

          Wenn es im Sommer draußen warm ist und man sich viel bewegt, sollen Kinder ungefähr zwei Liter am Tag trinken. Bei zwei Litern Cola bedeutet das 200 Gramm Zucker. Kinderärzte sagen, mehr als 25 Gramm am Tag sind ungesund. Limo & Co. gehören also nicht zu den Durstlöschern, sondern zu den Süßigkeiten.

          Wer viel Zucker isst, läuft nicht nur Gefahr, dick zu werden, sondern auch Diabetes zu bekommen. Wenn wir mehr Zucker essen, als unser Körper verkraften kann, werden wir krank. Wer gar nicht auf süße Getränke verzichten kann, sollte, statt Orangenlimo im Supermarkt zu kaufen, seine Getränke selber mischen. Probiert doch mal Minze mit frischen Erdbeeren oder klein geschnittene Wassermelone. So weiß man, was im Glas ist und bekommt auch ein Gefühl dafür, was 20 Gramm Zucker in einem Glas bedeuten. Zu den besten Durstlöschern im Sommer gehören aber immer noch Wasser – wahlweise mit oder ohne Sprudel – und Tee. Es ist sicher nicht schädlich, mal ein Glas Saft zu trinken, aber bei Durst ist es gesünder, auf den Zucker im Glas zu verzichten.

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