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„Antboy 2“ im Kino : Du hast doch ’ne Ameise

  • -Aktualisiert am

Alles eine Frage der Antennen: Antboy (Oscar Dietz) greift an. Bild: MFA Verleih

Superhelden haben es trotz übermenschlicher Fähigkeiten und einem „coolen Kostüm“ schwer. Antboy geht es nicht besser als seinen großen Kollegen. Die Ironie des Kinderfilms bringt auch Erwachsene zum Lachen.

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          Wie viele Superhelden ist auch „Antboy“ ein Superheld wider Willen. Übermenschliche Kräfte zu besitzen mag auf den ersten Blick attraktiv sein und Bewunderung auslösen. Aber wo Bewunderung wächst, ist der Neid oft nicht weit, und beides ist nicht dazu angetan, die Distanz zwischen den Superhelden und ihren Mitmenschen zu verkleinern. „Antboy“, dessen zweites Abenteuer „Die Rache der Red Fury“ nun im Kino läuft, geht es daher nicht anders als seinen erwachsenen Kollegen Spider-Man oder Batman. Die von ihm angebetete Ida (Amalie Kruse Jensen) verbringt jedenfalls immer mehr Zeit mit einem anderen, wogegen selbst Antboy nicht viel tun kann. „Aber du bist ein Superheld!“ sagt ihm, aufmunternd, sein Freund Wilhelm. Darauf Antboy: „Das ist nicht witzig.“

          Lena Bopp
          Redakteurin im Feuilleton.

          Aber natürlich ist es das doch. Vielleicht, und gerade an dieser Stelle, weniger für Kinder, denen der Film um die von dem dänischen Jugendbuchautor Kenneth Bogh Andersen stammende Figur eigentlich zugedacht ist. Für Erwachsene allerdings, die das Kino mehr aus Fürsorgepflicht denn aus eigenem Interesse besuchen dürften, erweist sich „Antboy“ immer wieder als erstaunlich komisch.

          Racheengel und höhere Doofheit

          Das Publikum kann sich hier je nach Alter über unterschiedliche Dinge amüsieren: Die Jüngeren eher über die „Terror-Zwillinge“, die wegen höherer Doofheit in jede Falle tappen und so zu Marionetten eines Racheengels namens „Red Fury“ werden. Und die Älteren über ein Zusammenspiel von Casting und Drehbuch, das die Grundkonstellation des ganzen Films immer wieder ironisch bricht. Allein der vierzehn Jahre alte Oscar Dietz, der den Helden Pelle verkörpert, ähnelt mit seinem pausbäckigen Gesicht und der schmächtigen Statur eher der Karikatur eines Helden.

          Auch sein Presswurst-Anzug mit der Kopfhaube, die aussieht wie das Facettenauge einer Fliege, ist derart grotesk, dass beinahe alles, was Antboy im Laufe seines neuerlichen Kampfes gegen das Böse sagt, so klingt, als könnte auch das Gegenteil gemeint sein: Ob es beispielsweise reiche, ein „cooles Kostüm“ zu tragen, um ein Held zu sein, überlegt er einmal. Für Kinder ist das ja keine unwichtige Frage. Und für Erwachsene bleibt immerhin der tröstende Gedanke, dass man auch ein Held sein kann, wenn das Kostüm alles andere als cool ist.

          Kinotrailer : „Antboy 2 - Die Rache der Red Fury"

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