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Familie : Wunschkind.de

  • -Aktualisiert am

Wunschkindidyll: Viktoria Beckham Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Reproduktionsmedizin kann für Frauen Fluch und Segen zugleich sein. Denn Kinder zu bekommen läßt sich nicht beliebig und, wie man zunehmend erkennt, nur unter Mühen und zahlreichen Risiken vertagen.

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          Drei Viertel derer, die ein Studium beginnen, wünschen sich ein Leben mit Kindern, nur sechs Prozent wollen keine Kinder, heißt es in einer Umfrage des Hochschul-Informationssystems aus dem Jahr 2002. Die Familienwissenschaftliche Forschungsstelle im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg weist indes nach, daß von den dreißig- bis neununddreißigjährigen Hochschulabsolventinnen 43 Prozent keine Kinder haben.

          Wer wissen will, auf welcher Strecke die Kinderwünsche dieser gutausgebildeten Klientel geblieben sind, findet ihre Spuren in Internetforen wie denen der "www.wunschkinder.net" wieder. Dort trauen sich verzweifelte Frauen, ihre Sehnsucht nach einem Kind zu offenbaren.

          Pein und Peinlichkeiten der Infertilitätstherapie

          Eines der inzwischen berühmtesten Beispiele aus den zahllosen Internetforen ist www.alittlepregnant.com, auf dem uns die dreiunddreißigjährige Amerikanerin Julie schonungslos und eloquent alle Pein und manche Peinlichkeiten ihrer jahrelangen Infertilitätstherapie miterleben läßt. Ihr Sohn Charlie hat mittlerweile Kultstatus, die Kunde von seiner Geburt ließ unlängst im Netz Freudentränen fließen.

          Fünfzehn bis zwanzig Prozent aller Paare in Deutschland sind nach Schätzungen von Medizinern ungewollt kinderlos. Längst nicht immer geht die Unfruchtbarkeit auf eine Erkrankung zurück, für manche der Betroffenen ist es schlicht biologisch zu spät. Mit zunehmendem Alter der Frau wird es immer schwieriger, ein Kind zu bekommen. Die Schnittmenge zwischen denen, die sich ihren Kinderwunsch im Laufe von Ausbildung und Berufsleben nicht erfüllt haben, und den ungewollt Kinderlosen sind exakt jene Frauen, die Christine Carl in ihrem Buch „Leben ohne Kinder - Wenn Frauen keine Mütter sein wollen“ die „Aufschieberinnen“ nennt. Sie haben den richtigen Zeitpunkt verpaßt. Die Frage, warum so viele Frauen sich gegen Kinder entscheiden, muß für einen Teil von ihnen lauten: Warum entscheiden sich viele Frauen erst dann für Kinder, wenn es meist schon zu spät ist?

          Projekt „Mädchen-Frauen-Meine Tage“

          Unwissenheit ist ein Grund. Wenn Mütter heute in einem Alter Kinder bekommen, in dem sie früher oft schon Großmutter waren, entsteht der Eindruck, jenseits der Fünfunddreißig könne man sich ebensogut noch für ein Kind entscheiden wie diesseits der Fünfundzwanzig. Weit gefehlt. Mehr als die Hälfte der reproduktiven Jahre sind dann bereits verschenkt, die verbleibende Zeit ist die am wenigsten fruchtbare. Eine jüngste Umfrage läßt erkennen, daß das Wissen um derartige Zusammenhänge denkbar schlecht ist. Alle Aufklärungsbemühungen zielten bislang darauf ab, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Man muß aufpassen, daß man keine Kinder zur Unzeit bekommt, die kommen später von selbst, lautet infolgedessen eine ebenso weitverbreitete wie medizinisch naive Vorstellung. Dem will man jetzt Rechnung tragen und die Dinge so schnell wie möglich zurechtrücken. Im Projekt „Mädchen-Frauen-Meine Tage“ zum Beispiel, das innerhalb der Initiative „Natürliche Fertilität“ an der Universitätsfrauenklinik in Heidelberg angesiedelt ist, werden zehntausend Mädchen in Workshops über ihre Fruchtbarkeit informiert.

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