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Grimme Online Award : F.A.Z.-Redakteure gewinnen Preis für Multimedia-Reportage

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Der Musiker und Autor Thees Uhlmann (l.) hält die Laudatio und übergibt den Preis an Robert Wenkemann (m.) und Andreas von Bubnoff (r.) Bild: Goniwiecha (Grimme-Institut)

Für die multimediale Seite „Die Symphonien der Natur“ erhalten zwei Redakteure der F.A.Z. den begehrten Grimme Online Award in der Kategorie Wissen und Bildung. Die aufwändig inszenierte Reportage stellt außergewöhnliche Klänge der Natur dar.

          Wie klingt es, wenn eine Seespinne frisst? Auf der multimedialen Reportageseite „Die Symphonien der Natur“ ist das zu hören. Auch Aufnahmen von Elefantenrufen im Regenwald, knurrenden Fischen und knisternden Korallenriffen sind auf der Seite zu finden. Dafür erhielten die F.A.Z.-Redakteure Joachim Müller-Jung und Robert Wenkemann sowie Multimedia-Autor Andreas von Bubnoff am Freitagabend den Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“. Aufgenommen wurden die Töne von Klangforschern. Sie wollen die Geräusche festhalten, bevor es zu spät ist, denn jedes Jahr sterben mehrere zehntausend Arten auf der Welt aus.

          natursymphonie Öffnen

          In der Kategorie „Information“ gewann der Twitter-Account „Straßengezwitscher“, mit dem zwei Dresdner über rechte Demos und Angriffe auf Flüchtlingsheime informieren. Seit dem Sommer gab es über 5.000 Tweets. Der ebenfalls nominierte ZDF-Satiriker Jan Böhmermann ging leer aus.

          Eine weitere Auszeichnung ging an das Portal „dekoder“, das ausgewählte Recherchen, Reportagen und Projekte aus unabhängigen russischen Medien ins Deutsche übersetzt. Nach Meinung der Jury trägt das Portal dazu bei, „eine echte  Aufmerksamkeits- und Wissenslücke in der hiesigen Öffentlichkeit zu schließen".

          Das Angebot in der Kategorie Information sei diesmal besonders reichhaltig gewesen, hob die Jury hervor. „Hier schlagen sich aktuelle Brennpunktthemen nieder wie die Flüchtlingskrise.“ Das Multimedia-Special „Trappeto-Solingen-Trappeto... und zurück“ wurde dafür ausgezeichnet, dass es eine Familiengeschichte aus der ersten Generation italienischer „Gastarbeiter“ mit der Gegenwart verbindet. Die Produktion von Deutschlandradio Kultur sei „ein hervorragendes Beispiel für multimediales Storytelling im Dienste einer vielschichtigen Sozialreportage“, lobte die Jury.

          Für ebenfalls preiswürdig hielten die Juroren das Interaktiv-Team der „Berliner Morgenpost“. „Fantasievoll und leidenschaftlich greift das Team aktuelle,  relevante und lebensnahe Themen auf, sucht nach der passenden Datengrundlage und einer überzeugenden grafischen Darstellungsform“, hieß  es.

          Als außergewöhnlich bewertete die Jury auch den Blog „makellosmag“. Der Macherin Corinne Luca gelinge hier eine ironische Brechung der Themen klassischer Frauenmagazine - „Feminismus durch die Hintertür“. Die Künstlerin Barbara wiederum hinterlässt im öffentlichen Raum Kommentare, zum Beispiel auf Plakaten oder Verkehrsschildern, und postet sie bei Facebook. „Charmant, subtil, schon fast poetisch“, urteilte die Jury.

          Der undotierte Grimme Online Award zeichnet seit 2001 deutsche Online-Angebote aus. Er gilt als wichtigster deutscher Preis für qualitativ hochwertige Internetangebote. Für die insgesamt acht Preise waren diesmal 28 Webangebote in vier Kategorien nominiert. Enstanden war „So knistert ein Korallenriff im Rahmen der Masterclass „Wissenschaftsjournalismus“ von Robert-Bosch-Stiftung und Reporter-Forum.

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