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F.A.Z.-Hörprobe: Folge 2 : Nelly Sachs

  • Aktualisiert am

Nelly Sachs liest (Aufnahme von 1960) Bild: dpa

Im Jahr 1966 erhielt Nelly Sachs den Literaturnobelpreis. Sechs Jahre zuvor hatte sie mit heller und klarer Stimme drei ihrer Gedichte eingesprochen, die wir hier wiedergeben. Zweite Folge unserer F.A.Z.-Hörprobe aus der „Bibliothek der Poeten“.

          Über hundert der wichtigsten deutschen Dichterinnen und Dichter aus den letzten hundert Jahren werden in der Edition „Lyrikstimmen“ in Originalaufnahmen zusammengeführt und von ihren Verfassern, je nach Temperament, vorgetragen, abgelesen, aufgesagt, hingesemmelt und geschrien. Für die F.A.Z.-Hörprobe haben wir einige kuriose Beispiele ausgewählt.

          Schwingend, gleichsam im Singsang einer poetischen Litanei, rezitiert Nelly Sachs in einer Aufnahme von 1960 ihre Gedichte „Geschirmt sind die Liebenden“, „Welch Finsternisse hinterm Augenlid“ und „Erlöste aus Schlaf“. Verklärung mischt sich in ihren hellen und klaren Vortrag.

          Kurzbiographie

          Nelly Sachs wurde am 10. Dezemeber 1891 in Berlin als Tochter eines Fabrikanten geboren. Im Jahr 1921 veröffentlichte sie „Legenden und Erzählungen“, Selma Lagerlöf gewidmet, außerdem expressionistische „Leise Melodien“ in Zeitschriften, auf die auch Stefan Zweig aufmerksam wurde. Im Jahr 1940 wurde sie von Freunden, unter ihnen Selma Lagerlöf und Prinz Eugen von Schweden, in letzter Minute mit ihrer Mutter vor der Deportierung in die Vernichtungslager gerettet. In Stockholm fand die gänzlich Mittellose Asyl und allmählich eine neue Heimat.

          Zu ihren wichtigsten Werken zählen: „In den Wohnungen des Todes“ (1946), „Sternverdunkelung“ (1949), „Und niemand weiß weiter“ (1957) und „Flucht und Verwandlung“ (1959).

          Ruth Klüger schrieb über Sachs' Gedichte in der F.A.Z.: Sie „kreisen um zwei Hauptthemen. Die einen, für die sie den Nobelpreis erhielt, sind die Klagen um die Opfer des Holocaust. Die anderen, verhalteneren, sind die Gedichte um Krankheit und Todeserwartung.“

          Im Jahr 1966 empfing Nelly Sachs gemeinsam mit dem israelischen Autor Samuel Joseph Agnon den Nobelpreis für Literatur. Sie starb am 12. Mai 1970.

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