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F.A.Z.-Leseprobe: Einführung : Frank Schätzings neuer Roman „Limit“

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Der neue Roman von Frank Schätzing spielt im Jahr 2025. In einer Thrillerhandlung schildert er den mörderischen Wettlauf um die Bodenschätze des Mondes, mit denen die Energieprobleme der Erde gelöst werden sollen. Einführung und erste Folge unserer vorabexklusiven F.A.Z.-Leseprobe.

          Der Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung hat uns gerade erst wieder ins Gedächtnis gerufen, welche Hoffnungen einst mit der Raumfahrt verbunden waren, wie bedeutsam die Grenzen erschienen, die hier überschritten wurden und welche auratische Qualität dem Erdtrabanten einmal zukam. Doch die Mythen der Mondfahrt sind lange schon verblasst, nicht die Weltraumtechnik oder die Astronomie sind es, die in den letzten Jahren die Herzen höher schlagen oder die Utopien blühen ließen, sondern die Erforschung des Genoms oder die Computertechnologie.

          „Limit“, der neue Thriller des Bestseller-Autors Frank Schätzing („Der Schwarm“), bedient sich eines kleinen, aber raffinierten Kniffs, um dem grauer gewordenen Mond wieder ins Zentrum menschlichen Strebens und politischer Action zu rücken. Auf dem Mond nämlich wurden Unmengen eines Bodenschatzes, Helium-3, entdeckt, dessen Verarbeitung in einem neuartigen Verfahren die Energieprobleme der Weltbevölkerung dauerhaft lösen wird. „Limit“ spielt im Jahr 2025, als bereits ein interlunarer Wettlauf - in erster Linie zwischen Amerikanern und Chinesen - um die Kontrolle des bislang links liegen gelassenen Himmelskörpers in vollem Gange ist.

          Science-Fiction der harten Sorte

          „Die Steinzeit ging nicht zu Ende, weil es an Steinen mangelte“, wird einmal ein früherer saudi-arabischer Ölminister zitiert. Schätzings nahe Zukunft ist eine postfossile Welt, in der die politischen und ökonomischen Gewichte sich fast über Nacht verschoben haben: Einer der mächtigsten Player ist der übernationale Konzern Orley Enterprises, der bei der Erschließung der Mondoberfläche die Nase vorn hat. Die Handlung des Romans entwickelt sich um eine Mondreise einer Gruppe schwerreicher Investoren, die der schillernde Tycoon Julian Orley organisiert, um Kapital zum weiteren Ausbau seiner Monopolstellung zu gewinnen - die Abenteuerfahrt einer chaotischen Truppe von Schauspielern, Halbpromis und Nervensägen, die plötzlich zu einer existentiellen Herausforderung wird.

          „Limit“ ist ein spannender Science-Fiction der harten, wissenschaftsorientierten Sorte, ein Genre, das in Deutschland kein anderer Autor auf diesem hohen Niveau beherrscht. Nicht anders als von Schätzing zu erwarten, bekommt der Leser eine ungemein genau recherchierte Einführung in Astrophysik und Weltraumfahrt geboten; auch die Science-Fiction-Klassiker werden eifrig zitiert. So stellt Schätzing klassische Irrtümer des Genres richtig und beantwortet zahlreiche Fragen, die man bei der Betrachtung von Bildern aus dem Weltraum immer schon hatte. Beispielsweise, ob es im All eigentlich kalt oder warm ist.

          Unerwartete Konflikte

          Dass in diesem 1200 Seiten dicken Buch noch ganz andere Felder und Schauplätze eine Rolle spielen, dass die verschlungene Jagd nach einem hochgeheimen Wissen um die halbe Erde führt, bevor der Mond zum Fluchtpunkt wird, versteht sich von selbst.

          Schätzing diskutiert die hochbrisanten Fragen nach der zukünftigen Energieversorgung der Menschheit, und er diskutiert sie so, dass eine größtmögliche Zahl von Lesern sich dafür interessieren wird. Der pessimistische Kommentar zu aktuellen Lage besteht in der Einsicht, dass mit dem Eintritt in eine Ära jenseits von Öl und Atomkraft die Verteilungskämpfe nicht enden. Sondern dass die Menschheit dann vor neuen Konflikten steht, von denen sie bislang nicht einmal zu träumen wagte.

          Zur Übersichtsseite: F.A.Z.-Leseprobe „Limit”

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