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70 Jahre F.A.Z. : Neues aus der heimlichen Medienhauptstadt

Im Gespräch auf dem F.A.Z.-Kongress (v.r.n.l.): Werner D’Inka, Peter Hoeres und Jürgen Scharrer. Bild: Wolfgang Eilmes

Der digitale Wandel sorgt für Veränderungen in der Medienbranche. Die Zukunft des Zeitungsgeschäfts liegt daher in innovativen Konzepten. Auch der Leser ist gefragt.

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          Jeden Tag morgens eine Zeitung im Briefkasten vorzufinden, ist derzeit noch selbstverständlich. In einigen Jahren könnte das schon anders sein. Wohin führt die Digitalisierung der Medien? Wie konsumieren gerade junge Menschen das Geschehen in ihrer Stadt? Antworten darauf gibt Peter Hoeres, Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, und Jürgen Scharrer, Chefreporter von „Horizont“.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Unter der Moderation von F.A.Z.-Mitherausgeber Werner D'Inka bescheinigen sie insbesondere dem Medienstandort Frankfurt gute Chancen, auch in den nächsten Jahren eine führende Rolle einzunehmen. „Frankfurt hat immer noch einen gewissen Mythos, eine Aura", sagt Scharrer. Laut Hoeres gehört Frankfurt mit gleich mehreren Zeitungen, die die Stadt im Titel tragen, zu den wenigen Medienstädten in Deutschland, die es überhaupt gibt. „In anderen Ländern ist es meistens die Hauptstadt, in der die führenden Medien sitzen", sagt er. In Deutschland, so konstatiert auch Werner D'Inka, seien es außer Frankfurt vor allem München, Hamburg und Düsseldorf. Berlin, zu diesem Schluss kommen beide Gäste des Podiums, spiele hingegen kaum eine Rolle.

          Die Zukunft der Lokalnachrichten

          Warum Frankfurt in dieser Hinsicht eine „heimliche Hauptstadt" ist, macht Hoeres unter anderem an der Messe fest. „Handelsreisende haben Nachrichten mitgebracht", sagt er. Insofern müsse man die Entwicklung aus der Historie heraus betrachten. Bei allen Schwierigkeiten, mit denen die Zeitungsverlage heutzutage zu kämpfen haben, glaubt Scharrer, „dass man sich um die Lokalberichterstattung nicht zu sorgen braucht". Das Weltgeschehen bekämen die Menschen auf vielen Kanälen mit; nicht zuletzt in der digitalen Welt. So sei etwa Facebook inzwischen eine riesige Informationsquelle geworden. „Aber man kommt nirgendwo so schnell in das Geschehen einer Stadt hinein wie über eine Tageszeitung mit Lokalteil".

          Dennoch werde auch dort das digitale Angebot immer wichtiger, so Scharrer. Die Kunst sei, die Menschen dazu zu bringen, dafür zu zahlen. „Langfristig muss man auf paid content setzen. Aber es wird kein einfacher Weg. Es müssten gute Konzepte gefunden werden, guten Journalismus zu finanzieren." Bei dieser Frage schaltet sich auch das Publikum ein. Man könne Spenden sammeln, schlägt ein Zuhörer vor. Oder maßgeschneiderte Angebote schaffen. An Ideen mangelt es nicht.

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