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Beirut nach der Explosion : Gang durch eine zerstörte Stadt

  • -Aktualisiert am

Besen statt Drinks: In der Ausgehstraße Gouraud Street packen junge Menschen bei den Aufräumarbeiten an. Bild: AFP

Man hatte sich darauf eingestellt, dass der alte Libanon früher oder später einfach implodieren würde. Nun ist er explodiert. Beirut wird nicht mehr sein, was es einmal war – und es war so viel.

          4 Min.

          Beirut war immer schwierig. Alles in dieser Stadt war kompliziert. Der Strom, der ständig ausfiel. Das Wasser aus der Leitung, von dem man nie wusste, ob man es zum Zähneputzen benutzen kann, ohne sich den Magen zu verderben. Die Abgase, die einem den Atem nahmen, und der Abfall in den Straßen mit seinem süßlichen Geruch, bis endlich die Müllabfuhr kam – nachts, weil es tagsüber im dichten Verkehr kein Durchkommen gab. Beirut war ein heilloses Unterfangen.

          Lena Bopp

          Redakteurin im Feuilleton.

          Genauso war es immer auch ein hoffnungsfrohes Treiben. Wegen der unglaublich vielen Menschen, die sämtliche Schwierigkeiten als Herausforderung begriffen, die es einfach zu meistern gilt. Die Hindernisse waren ihnen Ansporn. Bis vor ein paar Tagen. Denn Beirut wird nicht mehr sein, was es einmal war. Und es war so viel. Es war ein Ort, an dem kulturell möglich ist, was nirgendwo sonst im Nahen Osten ging. Das alles liegt jetzt in Trümmern.

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