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Evangelische Theologie : Dorothee Sölle gestorben

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Dorothee Sölle, 1929 - 2003 Bild: dpa

Die evangelische Theologin Dorothee Sölle ist am Sonntagmorgen in einem Krankenhaus im baden-württembergischen Göppingen gestorben.

          Die evangelische Theologin Dorothee Sölle ist am Sonntagmorgen in einem Krankenhaus im baden-württembergischen Göppingen gestorben. Sölle erlag einem Herzinfarkt, wie die Leiterin der nahegelegenen Evangelischen Akademie Bad Boll, Godlind Bigalke, am Sonntag auf Anfrage mitteilte.

          Die Theologin, die in Hamburg ihren Wohnsitz hatte, hatte dort seit Freitag gemeinsam mit ihrem Ehemann Fulbert Steffensky, einem ehemaligen Benediktinermönch, als Hauptreferentin an einem Seminar zum Thema „Gott und das Glück“ teilgenommen. In der Nacht zum Sonntag habe ihr Mann den Notarzt gerufen, weil seine Frau Herzprobleme bekam. Die 73-Jährige hatte vor einiger Zeit bereits einen ersten Herzinfarkt gehabt, von dem sie sich aber nach Angaben Bigalkes gut erholt hatte.

          Friedensaktivistin, Autorin und Feministin

          Sölle war auch als Friedensaktivistin, Feministin und Autorin zahlreicher Bücher bekannt. Für die linke Theologin waren christliche Lebensführung, politisches Engagement und Theologie nicht zu trennen. Sie wandte sich als Friedensaktivistin gegen den Vietnamkrieg genauso wie gegen den Nato-Doppelbeschluss zur Nachrüstung. Sölle nahm an Sitzblockaden teil und war Gründungsmitglied des Anti-Globalisierungs-Netzwerks „Attac“. Bei Kirchentagen trat sie auf Alternativveranstaltungen der „Initiative Kirche von unten“ auf. 1968 hatte sie das so genannte „Politische Nachtgebet“ beim Katholikentag begründet.

          Sölle gilt als meistgelesene theologische Autorin der Gegenwart. Zu ihren Publikationen gehören „Stellvertretung - Ein Kapitel Theologie nach dem Tode Gottes“ (1965), „Atheistisch an Gott glauben“ (1968), „Welches Christentum hat Zukunft?“ (1990) und „Mystik und Widerstand“ (1997).

          Sie erhielt in Deutschland nie eine Professur. Erst 1994 wurde sie zur Ehrenprofessorin der Universität Hamburg ernannt. Lediglich in Mainz und Basel hatte Sölle befristete Lehraufträge inne, von 1975 bis 1987 war sie Professorin für Systematische Theologie am Union Theological Seminary in New York.

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