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Youtuber Rezo und die CDU : Er nervt, weil er muss

  • -Aktualisiert am

Screenshot aus dem Youtube-Video von Rezo: Die Zerstörung der CDU Bild: Youtube/Rezo

Warum es ausgerechnet einem Youtuber gelang, die CDU zu nötigen, der Jugend ihre Politik zu erklären. Ein Erklärungsversuch.

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          Schon interessant, dass die wenigen bemerkbaren Beiträge zur Europawahl nicht von Politikern gekommen sind, auch nicht von Journalistinnen oder Intellektuellen, sondern von, im weiteren Sinn: Komikern. Jan Böhmermanns dödelige „Do they know it’s Europe“-Hymne, in der er und andere europäische TV-Moderatoren die Klischees ihrer Heimatländer und das Verbindende dieser Klischees besingen. Der Wahlwerbespot der Satirepartei „Die Partei“, in dem ein Junge im Wasser sich an die Oberfläche kämpft, es nicht schafft und mit in die Kamera starrenden Augen ertrinkt: „Für den Inhalt dieses Films ist ausschließlich die EU verantwortlich.“ Vor allem aber das knapp einstündige Video namens „Die Zerstörung der CDU“ von Rezo, in dem der Youtuber mit der Politik der CDU abrechnet, polemisch und informiert, und damit genau ins Schwarze trifft.

          Für alle, die Rezos Video noch nicht gesehen haben, was bei knapp acht Millionen Aufrufen innerhalb weniger Tage (eine Quote, die Anne Will gern hätte) nicht so viele sein dürften, hier eine Kurzversion: Rezo, ein sechsundzwanzigjähriger Youtuber, der aussieht wie ein Youtuber und sonst peinliche Kinderfotos von sich zeigt und mit Helium-Stimme fiktive Pornodialoge vorträgt, sitzt vor einer Kamera und empört sich eine Stunde lang über das Versagen der CDU (wobei auch die anderen größeren Parteien ein bisschen was abbekommen), die „unser Leben und unsere Zukunft zerstört“. Wachsende Ungleichheit, Verfehlen der Klimaziele, geringe Bildungsausgaben, diese Gähnvokabeln setzt Rezo zu einem Rant zusammen, an dessen Ende man als Zuschauer dem Fazit des Youtubers zustimmen muss: „Fuck, ist das heftig.“

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