https://www.faz.net/-gqz-8ft6z

Elbphilharmonie : 11. Januar 2017

„Kein Musentempel aus Samt und Seide für die oberen Zehntausend“, verspricht Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Bild: dpa

Mit sieben Jahren Verspätung: Die Einweihung der 789 Millionen Euro teuren Elbphilharmonie rückt näher. Das Motto: „Vielfalt, Offenheit, Relevanz“.

          1 Min.

          Nach fünffacher Verschiebung des Termins - ursprünglich war das Jahr 2010 vorgesehen - wird die Elbphilharmonie in Hamburg auf dem Dach des Kaispeichers A am 11. Januar 2017 eröffnet werden. Das gab der Erste Bürgermeister der Stadt, Olaf Scholz, im Beisein des Intendanten des NDR, Lutz Marmor, und des Intendanten von Elbphilharmonie und Laeiszhalle, Christoph Lieben-Seutter, im Parkhaus der Baustelle am Montag bekannt.

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Das Auftragswerk „Triptychon und Spruch in memoriam Hans Henny Jahnn“ von Wolfgang Rihm erlebt dann seine Uraufführung mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Zum dreiwöchigen Eröffnungsfestival werden auch das Chicago Symphony Orchestra und die Band Einstürzende Neubauten erwartet. Daneben geben die Hamburger Symphoniker unter Jeffrey Tate und das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter Kent Nagano ihren Einstand im neuen Saal. Iveta Apkalna wurde zur Titularorganistin ernannt und stellt die neue Klais-Orgel vor.

          Aus 77 wurden 789 Millionen

          Die Elbphilharmonie sei „kein Musentempel aus Samt und Seide für die oberen Zehntausend“, behauptete Scholz und ergänzte, sie strebe „mit großen Namen nach musikalischer Exzellenz, aber zugleich mit Vielfalt und Offenheit nach gesellschaftlicher Relevanz“. Offenbar gibt es zwischen Exzellenz und Relevanz mittlerweile einen Gegensatz, der noch nicht bestanden zu haben scheint, als 1908 die Laeiszhalle, Hamburgs traditionelles Konzerthaus mit gut zweitausend Plätzen, eröffnet worden war.

          „Vielfalt, Offenheit, Relevanz“ sind Signale der Reaktion auf einen spürbaren Legitimationsdruck, der vor allem finanziell erklärbar ist: Von ursprünglich 77 Millionen sind die Baukosten am Ende auf 789 Millionen Euro gestiegen.

          Weitere Themen

          Reden wir mal übers Geld

          „Reform“ von hr2-Kultur : Reden wir mal übers Geld

          Keineswegs nur wegen Corona stockt die sogenannte Reform von hr2-Kultur. Das ist gar nicht schlecht. Denn das hessische Radiojuwel braucht vor allem Kontinuität. Und mehr Hörer.

          Topmeldungen

          Michael Zahn hat sich mit Äußerungen zur Wohnungspolitik in Berlin nicht überall beliebt gemacht.

          Deutsche-Wohnen-Chef Zahn : Der unbeliebte Vermieter

          Nach 14 Jahren hat die deutsche Hauptstadt wieder einen Dax-Konzern. Michael Zahn ist der Mann, der ihn führt. Doch viele Berliner sind auf den Immobilienmanager nicht gut zu sprechen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.