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Einspruch exklusiv : Literatur und Verfassung

  • -Aktualisiert am

Eine von Markus Lüpertz gestaltete Ausgabe des Grundgesetzes steht neben einer Figur aus den Händen des Künstlers im Arbeitszimmer von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bild: Matthias

Justizromane sind ein gängiges Genre, Verfassungsromane indessen gibt es keine. Oder doch? Eine Spurensuche.

          12 Min.

          In Deutschland gibt es, wie in vielen anderen Ländern auch, traditionell eine ausgeprägte Justizliteratur. Neben berühmten Beispielen aus der Weimarer Republik (ich nenne nur – sehr spannend und unterhaltsam – Jakob Wassermanns „Der Fall Mauritius“ von 1928 oder – sozialanklägerisch – Ernst Ottwalds „Denn sie wissen was sie tun“ von 1931) ist Petra Morsbachs Roman „Justizpalast“ eines der neuen erfolgreichen Beispiele. Bei dem Thema „Literatur und Verfassung“ gerät man jedoch ins Nachdenken, denn so ganz spontan fällt einem wenig ein – zumindest ging es mir so. Damit meine ich nicht, dass Schriftsteller über ihre Ansichten oder ihre Erfahrungen mit der Verfassung befragt werden (2003 wurde von Karin Hempel-Soos ein sehr instruktiver Band „Unser Grundgesetz – Meine Verfassung. Ansichten von Schriftstellern“ herausgegeben, in dem sich neben anderen etwa Herta Müller, Hans Magnus Enzensberger, Günter Wallraff, Carl Améry oder Dieter Wellershoff  äußerten). Ein Leichtes wäre es, über Literatur als Gegenstand von (Verfassungs-)Gerichtsentscheidungen zu sprechen („Mephisto“ und „Esra“ stechen hervor). Ich meine vielmehr die Frage, inwieweit Verfassungen zum Gegenstand wirklicher Literatur werden.

          Ich habe mir Folgendes überlegt und werde in drei Schritten vorgehen: In einem ersten Teil erfolgt eine Bestandsaufnahme über das Thema Literatur und Verfassung (kurz: Verfassungen in der Literatur). In einem mittleren Teil wird die Perspektive gewechselt; es geht mir um die literarische Dimension von Verfassungstexten selbst (kurz: Verfassung als Literatur). Abschließend werde ich auf die Verfassungsjubiläen des vergangenen Jahres eingehen und versuchen, die Brücke zurück vom Verfassungs- zum Justizroman zu schlagen.

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