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Irokesen und der Westen : Auf dem Weg zu Mother Earth

  • -Aktualisiert am

Ratsversammlung der Irokesenliga nach einem Stich in Joseph Francois Lafitaus „Moeurs des sauvages ameriquains“ von 1724. Bild: akg-images / Science Source

Haben sich amerikanische Verfassungsväter von ihnen inspirieren lassen? Ein Gang durch die Rezeptionsgeschichte der Irokesen, der über Marx und Engels und die Frauenbewegung bis in die Gegenwart führt.

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          Seit der Entdeckung des Kontinents hatte die Herkunft der indigenen Bevölkerungsgruppen Amerikas die europäische Gelehrtenwelt vor ein Rätsel gestellt. In aller Regel führte man sie auf Völker des Altertums zurück. Dieser Auffassung war auch der französische Jesuitenpater Lafitau, der von 1711 bis 1717 als Missionar in einer Irokesensiedlung am St.-Lorenz-Strom tätig war. Für ihn waren sie Nachkommen der sagenhaften Pelasger, der bei vielen antiken Autoren erwähnten Urbevölkerung Griechenlands. Anders als seine Vorgänger spekulierte er allerdings nicht ins Blaue hinein. Stattdessen verglich er Punkt für Punkt die gesellschaftlichen Institutionen, die sich sowohl bei antiken Völkern als auch in der Neuen Welt fanden. Dazu zählten etwa die Erbfolge in der Mutterlinie oder die Sitte des Männerkindbetts, von deren Verbreitung bei den Randvölkern der griechischen Oikumene Herodot, Apollonios und andere antike Autoren berichten.

          Lafitau entdeckte damit eine weltweit verbreitete Form der Gesellschaftsordnung, die heute als matrifokal bezeichnet wird. Auf deren Spuren gesetzt hatten ihn Beobachtungen bei den Irokesen an der heutigen kanadisch-amerikanischen Grenze. Die Irokesen bildeten damals eine mächtige Konföderation, zu der sich zunächst fünf, später sechs Stämme unter dem Namen Hau-dé-no-sau-nee, „Menschen des Langhauses“, zusammengeschlossen hatten.

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