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Ein Werkstattbericht : Wie der Kohlrabi sein Kunststoffhülle bekam

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Eine Hülle, derer der Kohlrabi nie bedurft hätte Bild: Marc Bredemeier

Beim „Thermo-Forming“ nimmt eine erwärmte Kunststoffplatte im Vakuum die Gestalt des Gegenstands an, den sie bedeckt. In Weimar wurde das Verfahren auch auf Lebensmittel angewandt, die eigentlich von Natur aus gut geschützt sind.

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          Die Verpackungsexzesse der Nahrungsmittelwirtschaft nehmen teils bizarre Formen an. Das führte zum Gedanken, für die Fotoserie in der aktuelle Ausgabe der F.A.Z.-Beilage „Bilder und Zeiten“ auch natürlich gut geschützten Lebensmitteln wie Kohlrabi, Nüssen und Kartoffeln eine zweite Haut aus Plastik zu verpassen. „Vakuum-Tiefziehen“ oder „Thermo-Forming“ heißt das dazugehörige Verfahren, bei dem eine fertige Kunststoffplatte erwärmt und durch ein Vakuum auf den Gegenstand gesaugt wird. Wie ein Tuch legt sich so der Kunststoff auf das Objekt und behält nach dem Abkühlen dessen Form. Geholfen hat bei diesem Verfahren Uwe Kirmse, Facharbeiter in der Kunststoffwerkstatt der Bauhaus-Universität Weimar.

          Bevor er nach Weimar kam, hat Herr Kirmse in Jena bei Carl-Zeiss in der Formgestaltung gearbeitet. „Designer“ kümmern sich heute um solche Dinge. Seit der Gründung der Fakultät Gestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar im Jahr 1994 hilft er Studierenden bei der praktischen Umsetzung ihrer Projekte. Dabei achtet er besonders darauf, dass keine toxischen Stoffe verwendet werden, wie es bei Kunstharzen der Fall ist. Zwar wollen die Firmen solche Werkstoffe zunehmend vermeiden, aber es gibt beispielsweise im Modellbau zu den verwendeten Harzen noch keine Alternative.

          Eine Premiere

          Kunststoff ist Kirmses Job; damit weiß er umzugehen und kennt sich aus. Auf Plastikflaschen verzichtet er deshalb lieber. Wasser, Saft oder Limonade trinken er und seine Familie seit etwa drei Jahren nur noch aus Glasflaschen.

          Erwärmt formbar, kalt formstabil: die Kunststoffplatte vor dem Verfahren

          Dank Herrn Kirmse ist an der Fakultät zum ersten Mal seit Bestehen der Kunststoffwerkstatt das Thermo-Forming von Nahrung gelungen. Eine Premiere im Zeitalter omnipräsenter Plastikverpackungen.

          Die dazugehörigen Fotos finden sich in der F.A.Z.-Beilage „Bilder und Zeiten“ vom 17. März. Nicht nur bei den Fotos, sondern auch bei der Falttechnik dieser Ausgabe wurden neue Wege gegangen.

          Bilderstrecke

          MARC BREDEMEIER, JOHANNES FUCHS, ANNA-STEFANIE KEMPE, LEA KUTZ, JASMIN MEERHOFF, NICOLAS OXEN und JOHANNES WARDA

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