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Verheimlichte Dokumente : Erlebt Russland eine neue Archivrevolution?

  • -Aktualisiert am

Berlin, 1945: Sowjetischer Panzer rollen durch die Stadt. Auch über sieben Dekaden später zeigen Umfragen, dass den meisten Russen glauben, die „Wahrheit“ über den Krieg nicht zu kennen. Bild: Picture-Alliance

Paradoxe Geschichtspolitik: In den letzten zwei Dekaden öffnete das russische Verteidigungsministeriums einen Teil seiner Archive. Setzt sich diese Revolution gegen die Geheimhaltung nun fort? Ein Gastbeitrag.

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          Als die amerikanische Historikerin Nina Tumarkin 1994 ihr Buch „The Living and the Dead: The Rise and Fall of the Cult of World War II in Russia“ über den Kult des Zweiten Weltkriegs in Russland veröffentlichte, ahnte niemand, dass der Große Vaterländische Krieg, wie er in Russland genannt wird, im 21. Jahrhundert einen noch wichtigeren Platz im historischen Gedächtnis der Russen einnehmen würde als zu sowjetischen Zeiten. Der Krieg ist ein entscheidendes Element der staatlichen „Politik des Gedenkens“ geworden. Das Verhältnis zum Krieg wurde zu einer Art Glaubensbekenntnis und der Tag des Sieges über Nazi-Deutschland zur religiösen Feier, die die Gesellschaft einen soll.

          Umfragen zeigen, dass den meisten Russen dieser Sieg wirklich wichtig ist und sie stolz macht, dass sie aber auch glauben, die „Wahrheit“ über den Krieg nicht zu kennen.

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