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Digitaler Lifestyle : Alltag - "Made in Japan"

  • -Aktualisiert am

Aus der Reihe „Digitaler Lifestyle” Bild: FEM / hel

Zum Auftakt der Cebit wirft FAZ.NET einen Blick nach Japan. Dort hat die Zukunft des digitalen Lifestyles längst begonnen.

          2 Min.

          Grenzen sind da, damit sie überwunden werden. Gemäß diesem Motto forcieren in Japan Architekten, Ingenieure und Techniker ständig neue Projekte. Die Elektronik prägt zunehmend die Wahrnehmung, die Telekommunikation beherrscht das Gespräch und immer flachere, leichtere und größere Bildschirme verdrängen das traditionelle Bild.

          In Japan ist man stets auf die Zukunft fixiert und die Elektronikkonzerne im Lande sind wahre Meister darin, neue Träume zu wecken. Es mag reiner Zufall sein oder aber auch von sehr viel tieferer Bedeutung, dass Asimo, der gelenkige Beinahe-Mensch von Honda, in einer der beliebtesten japanischen Fernsehsendungen zu Sylvester das neue Jahr in Japan einläutete.

          Japan ist das Land der Roboter. In Zukunft sollen mehr und mehr dieser stählernen Gesellen in Nippon Chancen zum Auftritt haben - nicht nur auf Ausstellungen und Bühnen sondern zunehmend auch in den Büros und Haushalten des Landes. Unternehmen wie Sony, Matsushita Electric Industrial, NEC, Honda und Sega Toys sehen für Roboter als Hausgehilfen sowie in der Altenpflege oder nur als Entertainer künftig ein riesiges Marktpotenzial.

          Beinah-Mensch: Der Roboter Asimo, seit kurzem in Japan im Handel
          Beinah-Mensch: Der Roboter Asimo, seit kurzem in Japan im Handel : Bild: dpa

          Im Königreich der Roboter

          „In vielen Ländern verfügen Universitäten und Organisationen über eindrucksvolle Roboter-Technologien. In keinem anderen Land aber finden Roboter so schnell und unkompliziert Einzug ins tägliche Leben,“ sagt Toshitada Doi, Corporate Executive Vice President von Sony und Leiter der Roboterentwicklung im Hause.

          Japanische Kinder haben keine Hemmungen beim Umgang mit Robotern. Schon die Cartoon-Kultur fördert das friedliche Image der elektronisch gesteuerten Geräte. Die Cartoon-Figuren Doraemon oder Robocon sind nahezu allen japanischen Kindern als Freund und Partner bekannt. Da auch Erwachsene vielfach Comics lesen, sind sie keineswegs Kinderkram.

          Technische Spielereien, ob man sie benötigt oder nicht, gehören einfach zum japanischen Alltag. Viele japanische Wohnhäuser sind heute bereits serienmäßig mit einem Mindestmaß an Elektronik ausgerüstet. Dazu gehört unter anderem das Inter-Phone-Telefon, vielfach mit Monitoren versehen - mit denen man alle Zimmer im Haus telefonisch erreichen und zugleich einen Blick auf die Haustüre und den, der draußen steht, werfen kann.

          Die Wanne läuft automatisch voll

          Die Toiletten in Japan sind heute allemal völlig automatisiert. Sie wärmen nicht nur im kalten Winter das Hinterteil, sondern übernehmen auch alle anderen Aufgaben. Man benötigt kein Klopapier. In Zukunft soll man auf ihnen auch den Blutdruck und die Urinwerte messen können. Sollten die Werte einmal nicht stimmen, wird das nächste Hospital sofort davon unterrichtet.

          Das heiße Bad kann in vielen Häusern heute von einem Kleincomputer in der Küche programmiert werden. Wenn man nicht vergessen hat, den Stöpsel einzustecken, füllt sich das Bad schnell in der gewünschten Temperatur zur programmierten Uhrzeit. Der Küchencomputer meldet sich mit einem Klingeln. Das gleiche gilt für den unentbehrlichen Reiskochtopf. Es ist sogar möglich, bestimmte Funktionen im Haus über das Mobiltelefon in Gang zu setzen. Insgesamt gibt es in Japan etwa 60 Millionen Mobilfunkanschlüsse.

          Geschwirrwäsche mit Ultraschall

          Das ist aber erst der Anfang des intelligenten Hauses, dass künftig mit Elektronik, Sensoren, Mikrofonen und Kameras vollgepackt werden soll und von dem es bereits Prototypen gibt. In diesen Lebensräumen der Zukunft öffnen sich die Fenster automatisch, um Frischluft einzulassen, die Blumen werden automatisch gegossen und das schmutzige Geschirr wird mit Ultraschall gewaschen.

          Japan plant unablässig für die Zukunft. Unternehmen, Ministerien und Universitäten überbieten sich mit Entwürfen und Konzepten für eine neue Welt, in der die Menschen zwar nicht von der Technik beherrscht werden, aber mit ihr Seite an Seite in Eintracht leben. In den japanischen Medien werden die Träume der Industrie nahezu jede Woche auf den bunten Technikseiten präsentiert. Und der japanische Konsument sucht nach Neuheiten und Nachfolgemodellen, auf die sich die Industrie bereitwillig einstellt.

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