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WAZ schließt Lokalredaktionen : Die Wüste wächst

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Auf Schrumpfkurs: die Lokalredaktionen der Funke Medien-Gruppe Bild: dpa

Die publizistische Versteppung des Ruhrgebiets geht weiter: Die Funke-Mediengruppe schließt zwei weitere Lokalredaktionen der WAZ.

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          Da waren’s nur noch neunzehn: Die Funke-Mediengruppe in Essen gibt zwei weitere Lokalredaktionen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) auf, schon zum 31.Oktober stehen in Castrop-Rauxel und Dorsten die nächsten Schließungen an. In Castrop-Rauxel wird die Zeitung den Lokalteil künftig vom Konkurrenzblatt, den „Ruhr-Nachrichten“ (RN) aus dem Dortmunder Verlag Lensing-Wolff, und den Mantel wie bisher vom Content-Desk in Essen beziehen; in Dorsten wird die WAZ, für die es, wie es heißt, keine langfristige Perspektive mehr gebe, ganz eingestellt und der Markt dem Mitbewerber überlassen. Als Gründe nennt der Konzern Rückgänge bei der Auflage und den Anzeigen. Den insgesamt sechzehn Mitarbeitern würden freie Stellen im Unternehmen angeboten: „Sie werden Zukunftsprojekte mit initiieren und ausbauen.“

          Noch weiter gehen die Einschnitte bei der „Westfälischen Rundschau“ (WR), die seit dem 1.Februar – in Deutschland bisher einmalig – eine Zeitung ohne eigene Redaktion ist: Ihr Mantel kommt von der WAZ aus Essen, ihr Lokalteil von konkurrierenden Zeitungen. Wie in Dortmund, Lünen und Schwerte wird die WR in Castrop-Rauxel vom 1.November an den Lokalteil von den „Ruhr-Nachrichten“ übernehmen, zwei Bezirksausgaben im Märkischen Kreis und im Sauerland (Lüdenscheid und Halver sowie Altena, Werdohl und Plettenberg) werden zum 31.Dezember geschlossen.

          Ihrem Selbstverständnis als „Zeitung des Ruhrgebiets“ kann die WAZ, deren Verbreitungsgebiet einst vom Niederrhein bis nach Ostwestfalen reichte, nach den neuen Amputationen noch weniger gerecht werden. Ihre Schrumpfung schwächt auch das Ruhrgebiet, das publizistisch weiter versteppt und es ohne eine gemeinsame Zeitung noch schwerer hat, sich als Region zu verstehen und aufzutreten.

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