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Russlandbild im Wahlkampf : Wie bei Dostojewski

Die Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz Bild: Kat Menschik

Wie sehen Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet Russland? Wie sahen sie es, als sie noch keine Kämpfer um das Kanzleramt waren? Und was kann man dazu von Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“ lernen?

          6 Min.

          Ja, es ist ganz schön kompliziert. Wenn man in Deutschland und im Jetzt an Russland denkt, dann weiß man nicht, wo man anfangen soll. Mit dieser schönen deutschen Frau, die sich einmal Zarin Jekaterina nannte? Im Ersten Weltkrieg? Oder doch im Zweiten? In harter, kalter, echter DDR-Zeit? Oder muss man vielleicht mit Fjodor Dostojewski anfangen? Denn Dostojewski hatte in Deutschland das gesehen, worum es immer noch und fast zweihundert Jahre später geht. Damals war er in Dresden, schrieb seiner Nichte das: „Man braucht unsinnig viel Heizmaterial, aber es wird nicht warm. Die Deutschen wollen lieber erfrieren, als von den Russen die Öfen zu übernehmen. Russland wird hier gehasst.“ So war es damals. Doch jetzt ist alles anders.

          Anna Prizkau
          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Energiepolitik Deutschlands ist jetzt anders, da ungefähr die Hälfte des Erdgasbedarfes Russen sichern. Was zu den Fragen führt: Wird Russland in Deutschland immer noch gehasst? Und wie wird dieses Land in Zukunft zu dem Geburtsland Dostojewskis stehen? Oder noch aktueller und ungeduldiger gefragt: Wie sehen Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet Russland? Wie sahen sie es früher, als sie noch keine Kämpfer um das Kanzleramt waren? Und wie stehen sie zu diesem Mann, der – wie Joe Biden denkt – Menschen nahelegt, andere Menschen umzubringen? Zum Kreml-Herrscher Putin?

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