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„Extinction Rebellion“ : Die Erde rettet man nicht mit Machtspielen

  • -Aktualisiert am

Die „Red Extinction Army“ zeigt eine Theaterperformance an der Berliner Siegessäule. Bild: Maximilian von Lachner

Die Umweltbewegung „Extinction Rebellion“ soll eine Sekte sein? Ich bin mit den Weltuntergangsphantasien der Zeugen Jehovas aufgewachsen. Ich weiß, dass dieser Vorwurf nicht stimmt.

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          Als Kind saß ich oft an verregneten Nachmittagen im Nähzimmer meiner Mutter und blätterte durch „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben“. Ich konnte noch nicht lesen, musste ich auch nicht. Die große Schlacht von Harmagedon wurde im Paradiesbuch – so nannten wir Zeugen Jehovas dieses Standardwerk – nicht nur beschrieben, sondern vor allem eindrucksvoll bebildert: Aufgerissene Straßen verschlingen Menschen, Brücken und Hochhäuser fallen in sich zusammen, Tote liegen auf der Straße. Mit diesen Zukunftsszenarien wuchs ich bei den Zeugen Jehovas auf.

          Über dieses Leben in permanenter Alarmstimmung habe ich einen Roman geschrieben, ein Leben, das ich als Teenager glücklicherweise hinter mir ließ. Heute holen mich die Bilder meiner Kindheit jedoch unverhofft ein – letzten Sommer, als sich genau über meinem Schrebergarten eine Gewittersuperzelle entlud oder im Jahr davor, wo ich als Stipendiatin der Villa Aurora verweilte und mit meinem Hund durch die Hügel Malibus spazierte, vorbei an toten Bäumen und ausgetrockneten Flussbetten – eine stille, tote Landschaft. Einmal traf ich einen Ranger. „Ready to burn“, sagte er und blickte traurig über die verdorrten Baumkronen, als sei er ganz allein dafür verantwortlich. Ich kannte das schlechte Gewissen, das ihn plagte, die Ohnmacht angesichts der Klimakrise.

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