https://www.faz.net/-gqz-rgav

Dichter : Akademie erwirbt unbekannten Brecht-Nachlaß

  • Aktualisiert am

Neues Altes von Brecht Bild: AP

Unveröffentlichte Manuskripte, Notizen, Pässe, Verträge, Rechnungen, Fotos sowie 140 Briefe: Die Berliner Akademie der Künste erwirbt einen bisher unbekannten Nachlaßteil von Bertolt Brecht.

          1 Min.

          Die Berliner Akademie der Künste hat einen bisher unbekannten Nachlaßteil von Bertolt Brecht (1898-1956) in der Schweiz aufgespürt, die „Brecht-Sammlung Victor N. Cohen“. Der Bestand enthalte unveröffentlichte Manuskripte, Notizen, Pässe, Verträge, Rechnungen, Fotos und zahlreiche weitere Dokumente, teilte Archivdirektor Wolfgang Trautwein am Freitag mit.

          Bedeutsam seien dabei 140 überwiegend unpublizierte Briefe von Brecht und 220 Briefe an den Dramatiker, ferner zahlreiche Briefe von und an Helene Weigel. Die Akademie erwirbt den Nachlaß von den Erben Victor Cohens. Die Unterlagen stammen aus der Zeit des amerikanischen und Schweizer Exils Brechts und befanden sich im Nachlaß des Grafikers und Gewerkschaftsfunktionärs Cohen.

          „Eine erstrangige Quelle“

          Unter den Korrespondenzpartnern sind Elisabeth Bergner, Stefan Brecht, Paul Dessau, William Dieterle, Alfred Döblin, Hanns Eisler, Lion Feuchtwanger, Christopher Isherwood, Fritz Kortner, Wolfgang Langhoff, Heinrich Mann, Charles Laughton, Erwin Piscator, Peter Suhrkamp und Carl Zuckmayer. Besonders wertvoll sind laut Akademie 36 handgeschriebene Briefe und drei Telegramme, die Brecht in den Jahren 1944 bis 1947 aus New York an Helene Weigel in Santa Monica gerichtet hat.

          Archivdirektor Trautwein sprach am Freitag von einer bedeutsamen Bereicherung der Bestände des Akademie-Archivs und des Brecht-Archivs. Die Sammlung sei eine „erstrangige Quelle“ für die Forschungen zu Brecht und zum deutschsprachigen Exil. Nähere Einzelheiten sollen bei der Übernahme der Materialien bekannt gegeben werden. Aus Lottomitteln wurden für den Erwerb 260.000 Euro zur Verfügung gestellt.

          Dazu kommen Eigenmittel der von Adolf Muschg geleiteten Akademie sowie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Über den Gesamtkaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der Bestand aus der Sammlung des zuletzt in der Schweiz lebenden Gewerkschafters und Sozialdemokraten Cohen ist laut Akademie noch umfangreicher und ergiebiger als die „Brecht-Sammlung Renata Mertens Bertozzi“, die die Akademie Anfang 2004 erworben hatte.

          Weitere Themen

          Sechs Bilder für die Ewigkeit

          Tizian in London : Sechs Bilder für die Ewigkeit

          Waren sie je zuvor in einem Raum versammelt? Die National Gallery führt Tizians „Poesie“-Zyklus vollständig zusammen – und ist nun endlich für Besucher offen, nachdem sie nur drei Tage nach der Enthüllung für 111 Tage schließen musste.

          Topmeldungen

          Hochwasserschutz in Venedig : Mose gegen das Meer

          Sie hat sechs Milliarden Euro verschlungen und war Teil eines monumentalen Korruptionsskandals: Die riesige Anlage mit dem Namen des Propheten soll Venedigs Altstadt vor den Fluten schützen und ist so gut wie fertig. Dass sie auch funktioniert, bezweifeln aber viele.
          Frei, aber nicht begnadigt: Roger Stone.

          Mehrjährige Haftstrafe : Trump bewahrt Ex-Berater vor dem Gefängnis

          Der Ex-Wahlkampfberater Roger Stone wurde im Zuge der Russland-Affäre zu über drei Jahren Haft verurteilt. Nun ist er ein „freier Mann“ - dank seines langjährigen Freundes Donald Trump. vor dem Gefängnis= Washington, 11. Jul (Reuters) - US-Präsident Donald Trump bewahrt seinen zu einer ...

          Bidens Wirtschaftspolitik : Mit Trump-Rhetorik gegen Trump

          Präsidentschaftskandidat Biden skizziert sein Wirtschaftsprogramm: Wie sein Rivale will er mit Protektionismus begeistern – und er verschärft seinen Anti-Wall-Street-Populismus.
          Jan Marsalek: Von dem Ex-Wirecard-Manager fehlt jede Spur.

          Verbindungen zur FPÖ? : Marsaleks Geheimkontakte

          Seit gut zwei Wochen ist der frühere Wirecard-Manager auf der Flucht. Nun werden neue Details über Jan Marsalek bekannt: Er soll Kontakte in die österreichische Geheimdienstszene haben und könnte in die „Ibiza-Affäre“ verstrickt sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.