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Architekt des Olympiastadions : Frei Otto gestorben

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Er war ein Meister seines Fachs. Der deutsche Stararchitekt Frei Otto ist tot. Der Baukünstler, der mit der zeltartigen Dachkonstruktion des Münchener Olympiastadions zu Weltruhm gelangte, starb im Alter von 89 Jahren.

          Das wellenförmige und lichtdurchflutete Zelt des Olympiastadions mitten in München kennt jeder. Nun ist der Schöpfer der zur damaligen Zeit als spektakulär geltenden Zeltdachkonstruktion, der Architekt Frei Otto, tot. Nach Angaben seiner Witwe Ingrid ist er bereits am Montag im Alter von 89 Jahren gestorben.

          Otto, der bis zuletzt in Leonberg bei Stuttgart lebte, sollte dieses Jahr den renommierten Pritzker Preis erhalten. Nun wird die Auszeichnung, die als Nobelpreis der Architektur gilt, erstmalig posthum verliehen. Die Jury hatte den Preisträger eigentlich erst in rund zwei Wochen benennen wollen, die Verkündung dann aber nach dem Tod von Otto vorgezogen. Otto habe vor seinem Tod noch von der Ehrung erfahren, berichtete die „New York Times“. „Ich habe nie etwas getan, um diesen Preis zu erhalten“, habe er der Jury daraufhin gesagt. „Das Gewinnen von Preisen ist nicht mein Lebensziel. Ich versuche, armen Menschen zu helfen. Aber was soll ich sagen, ich bin sehr glücklich.“

          Ein Tausendsassa der Architektur

          Otto sei nicht nur Architekt, sondern auch „Forscher, Erfinder, Form-Finder, Ingenieur, Baumeister, Lehrer, Mitarbeiter, Umwelt-Aktivist, Humanist und Schöpfer unvergesslicher Gebäude und Orte“ gewesen, begründete die Jury ihre Wahl. Otto ist erst der zweite Deutsche - nach Gottfried Böhm 1986 - der den seit 1979 jährlich verliehenen Pritzker Preis erhält. „Die Nachricht von seinem Tod ist sehr traurig“, sagte Tom Pritzker, der Vorsitzende der Hyatt-Stiftung, die den Preis verleiht.

          Die für den 15. Mai in Miami geplante Verleihung des Preises solle trotzdem stattfinden, teilte die Pritzker-Jury mit. Eigentlich hatte Otto dabei die Auszeichnung von Star-Architekt und Pritzker-Preisträger Frank Gehry (86) verliehen bekommen sollen. Stattdessen würden bei der Veranstaltung nun zahlreiche frühere Pritzker-Preisträger des Lebens und Werks von Otto gedenken.

          Das künstlerisch-handwerkliche Schaffen lag bei Frei Otto in der Familie. Der 1925 im sächsischen Siegmar geborene Otto war Sohn und Enkel eines Bildhauers. Ursprünglich sollte er ebenfalls diesen Beruf ergreifen. Sein Interesse für Segelflugzeuge, den Leichtbau und das Zeichnen und Konstruieren von Flugzeugmodellen als Schüler brachten ihn aber schließlich zur Architektur.

          „Ganzheitlicher Konsens“ zwischen Technik und Natur

          Zuvor musste Otto als Jagdflieger Kriegsdienst leisten und geriet bis 1947 in der Nähe von Chartres in französische Kriegsgefangenschaft.  Letztlich konnte sich Otto aber wieder der Architektur widmen und studierte von 1948-1952, unter anderem bei Hans Freese, Hellmuth Bickenbach und Gerhard Jobst an der Technischen Universität Berlin. Die Ideen, die später seine Architektur prägen sollten, waren bereits während seiner universitären Laufbahn ersichtlich und erhielten darüber hinaus einflussreiche Anregungen auf einer Studienreise durch die Vereinigten Staaten, wo er auf große Meister der Architektur wie Frank Lloyd Wright, Ludwig Mies van der Rohe, Eero Saarinen und Richard Neutra traf. 1952 machte er „summa cum laude“ Examen als Diplomingenieur und promovierte 1954 mit der Dissertation „Das hängende Dach“ zum Dr. Ing.. Ein Vorzeichen seines nach sich ziehenden architektonischen Wirkens.

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