https://www.faz.net/-gqz-oslq

Deutscher Filmpreis : Vier Nominierungen für „Gegen die Wand“

  • Aktualisiert am

Dekorativ: der Nachbau einer „Goldenen Lola” und Sibel Kekilli Bild: dpa/dpaweb

Nach dem Triumph bei der Berlinale geht Fatih Akins „Gegen die Wand“ nun auch als Favorit ins Rennen um den Deutschen Filmpreis. Unter den Konkurrenten sind „Das Wunder von Bern“ und „Herr Lehmann“.

          2 Min.

          Der Berlinale-Sieger „Gegen die Wand“ von Fatih Akin ist mit insgesamt vier Nominierungen auch der große Favorit für den Deutschen Filmpreis 2004. Jeweils drei Nominierungen erhielten am Freitag in Berlin „Das Wunder von Bern“ von Sönke Wortmann, „Herr Lehmann“ von Leander Haußmann und „Wolfsburg“ von Christian Petzold. Zu den insgesamt sechs Kandidaten in der Kategorie „Bester Spielfilm“ gehören außerdem „Kroko“ von Sylke Enders und „Muxmäuschenstill“ von Marcus Mittermeier.

          Das Liebesdrama „Gegen die Wand“ ist nicht nur in der Kategorie „Bester Spielfilm“ heißer Kandidat. Als beste Hauptdarsteller sind außerdem die Schauspieler Sibel Kekilli und Birol Ünel nominiert. Fatih Akin konkurriert in der Kategorie „Beste Regie“ gegen Sönke Wortmann und Christian Petzold um die goldene Filmpreis-Lola.

          „Ich bin total froh“, sagte Kekilli, „damit hätte ich nicht gerechnet.“ Sie komme gerade erst vom Filmfestival Istanbul zurück, wo Regisseur Akin für „Gegen die Wand“ mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

          Noch ein Preis in Aussicht: Sibel Kekilli
          Noch ein Preis in Aussicht: Sibel Kekilli : Bild: Christian Thiel

          Nominierung ist Geld wert

          Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) gab die 25 Kandidaten für den mit knapp drei Millionen Euro höchst dotierten deutschen Kulturpreis am Abend bei einem Empfang im Berliner Hotel Adlon bekannt. Bereits die Nominierung für den besten Film ist mit einer Prämie von 250.000 Euro verbunden. Die Gewinner des 54. Deutschen Filmpreises werden am 18. Juni im Berliner Tempodrom gekürt.

          In der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ konkurrieren neben Sibel Kekilli auch Nina Hoss („Wolfsburg“) und Johanna Wokalek („Hierankl“). Birol Ünel tritt als Kandidat für die Auszeichnung als „Bester Hauptdarsteller“ gegen Josef Bierbichler („Hierankl“) und Horst Krause („Schultze gets the Blues“) an.

          Als beste Kinder- und Jugendfilme (Nominierungsprämie 125.000 Euro) konkurrieren der Fußballfilm „Die wilden Kerle“ (Regie Joachim Masannek) und „Die Blindgänger“ (Regie Bernd Sahling) über ein blindes Mädchen.

          In der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ (Nominierungsprämie 100.000 Euro) gehen „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ (Regie/Buch Byambasuren Davaa und Luigi Falorni) vom Überlebenskampf eines kleinen weißen Kamels in der Wüste Gobi und „Die Kinder sind tot“ (Regie/Buch Aelrun Goette) über eine Mutter, die ihre Kinder verdursten ließ, an den Start.

          Als beste Nebendarsteller sind nominiert Johanna Gastdorf („Das Wunder von Bern“), Fritzi Haberlandt („Liegen lernen“), Katja Danowski („Herr Lehmann“), Detlev Buck („Herr Lehmann“), Fritz Roth („Muxmäuschenstill“) und Hinnerk Schönemann („Kroko“).

          „Dem deutschen Film geht es gut

          Regisseur Oskar Roehler („Die Unberührbare“) blickte optimistisch in die Zukunft: „Die deutschen Filme sind heute viel besser als noch vor fünf Jahren“, sagte er. „Sie sind spannend und unterhaltsam, aber trotzdem anspruchsvoll.“ Auch Alfred Holighaus, Leiter der Berlinale-Sektion „Perspektive Deutsches Kino“, sagte: „Dem deutschen Film geht es gut.“ Wenn die Zahl der Kinobesucher insgesamt sinke, dann liege das daran, dass die neue Generation von Zuschauern auch mit anderen Medien wie Computer aufwachse und das „Gemeinschaftsgefühl Kino“
          deshalb an Gewicht verloren habe.

          Scheinbar unvermeidliche Fragen nach den Querelen um ihre Vergangenheit als Pornodarstellerin wurden Kekilli übrigens auch gestellt. Doch darüber mochte die junge Frau nicht sprechen: „Kein Kommentar“, sagte die Schauspielerin.

          Weitere Themen

          Demokratie ist machbar

          Initiation für Erstwähler : Demokratie ist machbar

          Für viele Erstwähler ist das erste Mal ein ernüchterndes Erlebnis. Warum verpassen wir eine Chance, junge Menschen in unserer Demokratie willkommen zu heißen?

          Topmeldungen

          Farewell: Angela Merkel steigt Anfang Februar 2015 nach einem Arbeitsbesuch in Washington in den Airbus „Theodor Heuss“

          Außenpolitik nach Merkel : Wir dürfen uns nicht verstecken

          Die Zeit des bequemen Provinzialismus ist abgelaufen. Deutschland wird lernen müssen, dass Erwerb und Ausübung von Macht notwendig sind, um eigene Interessen und Werte zu verteidigen.
          Edgar Engist mit seinen Hunden und Schafen auf seiner Wiese in Bollschweil. Der Schäfer fragt sich, warum Wölfe so viel mehr wert sein sollen als seine Arbeit.

          Landfrust : Im Würgegriff der Bürokraten

          Von Wolf bis Windkraft: Gut gemeinte Vorschriften, die in fernen Großstädten erdacht werden, treiben die Selbständigen auf dem Land in den Wahnsinn.

          Ärger beim FC Bayern : „Das war keine Glanzleistung“

          Trotz des nächsten Erfolgs in der Fußball-Bundesliga ärgern sich die Münchner über „schlampige“ Momente beim Spiel gegen Greuther Fürth. Auch Trainer Julian Nagelsmann gesteht Fehler ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.