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Deutscher Filmpreis : Sieben „Lolas“ für „Das Leben der Anderen“

  • Aktualisiert am

Bester Schauspieler: Ulrich Mühe mit Laudatorin Christiane Paul Bild: dpa

„Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck ist der erfolgreichste Film der 59. Verleihung des Deutschen Filmpreises. Das Stasi-Drama erhielt gleich sieben der begehrten „Lolas“.

          2 Min.

          Das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck ist der große Sieger des 56. Deutschen Filmpreises in Berlin. Die Geschichte eines Stasi-Hauptmanns, der ein Künstlerpaar ausspioniert und sich dabei seiner eigenen Armseligkeit bewußt wird, gewann am Freitagabend insgesamt sieben der begehrten Auszeichnungen, unter anderem den Preis in Gold für den besten Film.

          Insgesamt wurde der mit 2,845 Millionen Euro höchst dotierte Kulturpreis in Deutschland in 15 Sparten vergeben. Die rund 2000 Gäste im Palais am Funkturm erlebten eine glanzvolle Gala mit einem witzigen Moderator Michael „Bully“ Herbig, der auch tanzte und sang.

          Zwei enttäuschte Mitfavoriten

          Den Filmpreis in Silber holten das Exorzismus-Drama „Requiem“ von Hans-Christian Schmid und die Sozial-Studie „Knallhart“ von Detlev Buck. Die als Mitfavorit gestartete Komödie „Sommer vorm Balkon“ und „Elementarteilchen“ gingen leer aus.

          Bester Schauspieler: Ulrich Mühe mit Laudatorin Christiane Paul Bilderstrecke

          Zum besten Schauspieler kürte die Filmakademie Ulrich Mühe für seine Rolle als Stasi-Hauptmann in „Das Leben der Anderen“. Als beste Schauspielerin erhielt Sandra Hüller für ihre Rolle als vermeintlich vom Teufel besessene junge Frau in „Requiem“ eine „Lola“, wie der Preis auch genannt wird.

          „Heller Stern am dunklen Firmament“

          Emotionaler und rührender Höhepunkt der Gala war die Verleihung des Ehrenpreises an die Künstleragentin Erna Baumbauer. Die launige Laudatio für die sichtlich gerührte 87jährige hielt Bruno Ganz. Sie sei dafür verantwortlich, daß die Gage der Schauspieler erhöht werde und halte ihnen bankrotte Produzenten vom Leib, sagte Ganz schmunzelnd.

          Sie sei „ein heller Stern am dunklen Firmament“, den sie alle liebten. Ulrich Tukur und Sebastian Koch stimmten einen Schlager im Stil der zwanziger Jahre zu Ehren der Ausgezeichneten an, die dann unter Standing Ovations auf die Bühne kam. „Wer hat mir das eingebrockt?“, fragte sie mit brüchiger Stimme. Sie habe für die Schauspieler doch nur ab und zu die Tür geöffnet.

          Neumann: „Viele großartige Stars“

          Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte in seiner Begrüßungsansprache, 2006 sei eines der besten Jahre des deutschen Films. Nach vielen Jahren des Selbstmitleides sei die Stimmung umgeschlagen. Gerade 2005/06 „haben wir eine enorm vielfältige Produktion. „Wir haben viele großartige Stars hier in Deutschland. Wir können stolz sein.“ Der Film sei nicht nur ein hohes kulturelles, sondern auch hohes Wirtschaftsgut.

          Unter den 2000 Gästen im Palais am Funkturm waren unter anderen Nadja Uhl, Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Alexandra Maria Lara und Otto Sander. Darüber hinaus schritten Ulrich Matthes, Sönke Wortmann, Robert Stadlober, Ulrich Mühe, Bernd Eichinger und Senta Berger über den Roten Teppich. Aus der Politik kamen Grünen-Chefin Claudia Roth und der CDU-Politiker Laurenz Meyer.

          Preisgeld für neue Produktionen

          Das Preisgeld stammt aus dem Etat von Neumann und muß für die Produktion neuer Filme verwendet werden. Allein die Nominierung in der Kategorie „Bester Film“ ist mit jeweils 250.000 Euro dotiert.

          Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis wurden zum zweiten Mal von der 2003 gegründeten Deutschen Filmakademie und ihren rund 700 Mitgliedern vorgenommen. Die Preisträger werden in ebenfalls geheimer Abstimmung von allen Akademie-Mitgliedern gewählt. Früher hatte eine unabhängige Jury aus Politikern, Kirchenvertretern und Kritikern die Preisträger gewählt.

          Die Preisträger:

          Bester Spielfilm, Filmpreis in Gold:
          „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck

          Filmpreise in Silber:
          „Knallhart“ von Detlev Buck
          „Requiem“ von Hans-Christian Schmid

          Beste Schauspielerin, Hauptrolle:
          Sandra Hüller („Requiem“)

          Bester Schauspieler, Hauptrolle:
          Ulrich Mühe („Das Leben der Anderen“)

          Beste Schauspielerin, Nebenrolle:
          Imogen Kogge („Requiem“)

          Bester Schauspieler, Nebenrolle:
          Ulrich Tukur („Das Leben der Anderen“)

          Beste Regie:
          Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“)

          Beste Kamera:
          Hagen Bogdanski („Das Leben der Anderen“)

          Bester Schnitt:
          Dirk Grau („Knallhart“)

          Bestes Szenenbild:
          Silke Buhr („Das Leben der Anderen“)

          Bestes Kostümbild:
          Bettina Marx („Requiem“)

          Beste Filmmusik:
          Bert Wrede („Knallhart“)

          Beste Tongestaltung:
          Lars Ginzel, Dirk Jacob, Marc Parisotto, M. Steyer („Requiem“)

          Bestes Drehbuch:
          Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“)

          Bester Dokumentarfilm:
          „Lost Children“ von Oliver Stoltz

          Bester Kinder- und Jugendfilm:
          „Die Höhle des gelben Hundes“ von Stephan Schesch

          Ehrenpreis:
          Erna Baumbauer, Künstleragentin

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