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Deutscher Filmpreis : Drama „Systemsprenger“ gewinnt Goldene Lola

  • Aktualisiert am

Einsamer Moderator: Edin Hasanovic führt durch die Verleihung des Deutschen Filmpreises. Bild: dpa

Wie geht man mit einem Kind um, das gewalttätig wird? Das Drama „Systemsprenger“ stellt sich diese Frage auf berührende Weise - und gewinnt damit beim Deutschen Filmpreis.

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          Das Drama „Systemsprenger“ hat die Goldene Lola als bester Spielfilm gewonnen. Das gab die Deutsche Filmakademie in Berlin in der Nacht zum Samstag bekannt. Regisseurin Nora Fingscheidt erzählt von einem Mädchen, das zu Gewaltausbrüchen neigt und immer wieder durch das Jugendhilfesystem fällt. Beim Deutschen Filmpreis war der Film mit zehn Nominierungen als einer der Favoriten ins Rennen gegangen – und gewann schließlich acht.

          Zwei davon gingen an die Schauspieler: Die elfjährige Helena Zengel spielte die Hauptrolle und bekam für ihre Darstellung der kleinen Benni die Lola für die beste weibliche Hauptrolle. Albrecht Schuch erhielt die Lola als bester Hauptdarsteller.

          „Systemsprenger“ im Internet zu sehen

          Auszeichnungen gab es auch für Drehbuch, Regie, Schnitt und Tongestaltung. Gabriela Maria Schmeide wurde zudem als beste weibliche Nebendarstellerin geehrt. „Systemsprenger“ lief bereits im Kino und ist auf DVD und bei Streamingdiensten zu sehen..

          In der Kategorie „Bester Spielfilm“ setzte sich „Systemsprenger“ gegen fünf andere Kandidaten durch: gegen die Literaturverfilmung „Berlin Alexanderplatz“, das Drama „Es gilt das gesprochene Wort“ über eine Scheinehe, den Musikfilm „Lindenberg! Mach dein Ding“, das Liebesdrama „Undine“ und das Drama „Lara“.

          Regisseur Edgar Reitz (“Heimat“) bekam den Ehrenpreis der Filmakademie. Die Lola für den besten Dokumentarfilm ging an „Born in Evin“ von Regisseurin und Schauspielerin Maryam Zaree. Die Komödie „Das perfekte Geheimnis“ mit Elyas M'Barek wurde als besucherstärkster Film ausgezeichnet.

          Wichtigste deutsche Auszeichnung der Filmbranche

          Die Lolas gelten als wichtigste nationale Auszeichnung in der Filmbranche. Die etwa 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie haben über die meisten der Gewinner abgestimmt.

          Moderiert wurde der Abend von Edin Hasanovic – der Schauspieler tanzte einsam über die Bühne, unterhielt die TV-Zuschauer mit geplanten Pannen und hatte Unterstützung von Hund Wilma. Er schlug politische Töne an und erinnerte an die Lage der Filmbranche. Bundesweit sind die Kinos derzeit geschlossen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmmen. Auch Dreharbeiten stehen still.

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