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Reaktivierung von Bahnstrecken : Der Zug fährt ab

Am „gordischen Knoten“ von Bendorf werden die Hindernisse einer Verkehrswende in Deutschland greifbar. Bild: Brexbachtalbahn e. V.

Die Gleise liegen bereit: Wie drei Vereine in der ausgerufenen Verkehrswende alte Bahnstrecken zu reaktivieren versuchen – und welche Hindernisse ihnen Lokalpolitiker und ein Staatsunternehmen in den Weg stellen.

          9 Min.

          Steigt man bei Höhr-Grenzhausen durchs Brexbachtal hinab nach Bendorf-Sayn, verbinden sich auf kürzestem Weg zwei Welterbestätten: der Limes und das Obere Mittelrheintal, in das man bei Bendorf hineinschaut. Der Wanderweg ist spektakulär. Fast am Ende kommt man an einem viel besuchten Kletterwald vorbei (bis zu 25.000 Gäste im Jahr) und trifft, bevor man die Abtei Sayn mit ihrem Kreuzgang aus dem dreizehnten Jahrhundert erreicht, auf eine Bahnstrecke mit alten Stahlschwellen, bestens in Schuss und sehr massiv; in die Schwellen ist das Jahr 1928 eingestanzt. Andreaskreuze stehen vor den Schienen – kann man sie gefahrlos überqueren, die Strecke vielleicht sogar zum Rücktransfer nutzen?

          Uwe Ebbinghaus
          Redakteur im Feuilleton.

          Nach etwa einem Kilometer, die Parkplätze an der Abtei sind wegen des Kletterwalds belegt, erscheint das neugotische Schloss, Stammsitz der Familie Sayn-Wittgenstein-Sayn, die alte Burgruine im Hintergrund. Direkt gegenüber liegt der englische Park mit einem beliebten „Garten der Schmetterlinge“ (mehr als 60.000 Besucher im Jahr), durch den man nach einem halben Kilometer das Industriedenkmal Sayner Hütte mit seiner beeindruckenden gusseisernen Gießhalle erreicht. Auf engstem Raum breitet sich auf der Wegstrecke die Geschichte einer ganzen Region aus, von den Römern bis zu den Preußen – vom Ton- und Eisenerzabbau bis zu einem der größten Ölhäfen am Rhein in Bendorf.

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