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Damit werden die Sommernächte noch schöner

Ob wir dieses Jahr wegfahren oder zu Hause bleiben – Bücher lesen, Musik hören und Filme anschauen werden wir auf jeden Fall. Dazu ein paar Empfehlungen aus der Feuilleton-Redaktion der Sonntagszeitung.

Das Buch für Zuhause

Eleonore Büning
Eleonore Büning
G. Merzbacher, A. Kordsaia Samadaschwili, A. Iaschaghaschwili, Kat Menschik: „Durch den wilden Kaukasus“
Galiani, 22 Euro.
Geschichten aus Swanetien. Von fremden Menschen, Bergen, Wolken, Wiesen, Tänzen und Blumen.
Julia Encke
Julia Encke
Zeruya Shalev: „Schicksal“
Berlin Verlag, 24 Euro.
Shalevs erster großer Roman über die Geschichte Israels, über die „Lechi“, eine zionistische militärische Untergrundorganisation in Palästina, der ihr Vater angehört hatte.
Novina Göhlsdorf
Novina Göhlsdorf
Leslie Jamison: „Es muss schreien, es muss brennen“
Hanser Berlin, 25 Euro.
In ihren nahbargelehrten Essays zeigt sich Jamison besessen von Geschichten anderer und schont niemanden so wenig wie sich selbst.
Peter Körte
Peter Körte
Ulrich Peltzer: „Das bist du“
S. Fischer, 22 Euro.
Wie man sich in eine Zeit (die frühen Achtziger in Westberlin) versenkt, ohne nostalgisch in ihr zu versinken.
Karen Krüger
Karen Krüger
Claudio Durastani: „Die Fremde“
Zsolnay, 24 Euro.
Über den Reichtum, anders zu sein. Und ein Liebesbrief an die gehörlosen Eltern.
Andreas Lesti
Andreas Lesti
Michael Schreiner: „Sehen Gehen“
Dussa Verlag, 24,80 Euro.
Glitzernde Momentaufnahmen und ein kristallklarer Blick auf die Welt, vor und während der Pandemie (mit Gedichten von Max Sessner).
Barbara Liepert 1.6281627
Barbara Liepert 1.6281627
Estelle Gaudry / Jean-Yves Tadié (Hg): „Marcel Proust. Briefe an seine Nachbarin“
Insel, 14 Euro.
Vom Leiden an den Handwerkern in Nachbars Wohnung; hilft hoffentlich, wenn man das Großstadt-Zuhause nicht verlassen kann.
Niklas Maak
Niklas Maak
Mathias Énard: „Das Jahresbankett der Totengräber“
Hanser, 26 Euro.
Wilder Roman über einen Anthropologen, der aufs Land zieht und dort in alles hineingerät, was die Stadt und er verdrängen wollten.
Anna Prizkau
Anna Prizkau
Jiří Weil: „Leben mit dem Stern“
Wagenbach, 14 Euro.
Die neue Ausgabe des Jahrhundertbuchs! Prag im Krieg: Ein Mensch verlernt, ein Mensch zu sein – und überlebt. Und noch Jahre später denkt man an ihn wie an einen alten Freund.
Cord Riechelmann
Cord Riechelmann
Christina von Braun: „Geschlecht. Eine persönliche und eine politische Geschichte“
Propyläen. 24 Euro.
Ein Leben von der Kindheit im Vatikan über Filmdokumentationen bis zur Gründung des ersten Gender-Studies-Studiengangs in Deutschland, erzählt mit Hirn und Herz am linken Platz.
Tobias Rüther
Tobias Rüther
Judith Hermann: „Daheim“
Fischer, 21 Euro.
Weine nicht, wenn der Regen fehlt: Das Land vertrocknet – und die Menschen darin suchen in ihren Erinnerungen nach Halt, machen Pläne, bleiben, gehen, warten.
Florentin Schumacher
Florentin Schumacher
Anne Boyer: „Die Unsterblichen: Krankheit, Körper, Kapitalismus“
Matthes & Seitz, 25 Euro.
Boyer weigert sich, ihre Brustkrebsdiagnose in eine Betroffenheitsgeschichte runterkitschen zu lassen.
Mark Siemons
Mark Siemons
Bénédicte Savoy, Robert Skwirblies, Isabelle Dolezalek (Hg.): „Beute. Eine Anthologie zu Kunstraub und Kulturerbe“
Matthes & Seitz, 38 Euro.
Von Polybios bis Aimé Césaire: Diese großartige Anthologie gibt der Debatte über Beutekunst eine historische Tiefendimension.
Harald Staun
Harald Staun
Anne Boyer: „Die Unsterblichen. Krankheit, Körper, Kapitalismus“
Matthes & Seitz, 25 Euro.
Schreiben als Widerstand gegen das alles übertönende Rauschen zu üben. Auch für Kranke, aber vor allem für alle, die sich für gesund halten.
Anna Vollmer
Anna Vollmer
Josephine Tey: „Nur der Mond war Zeuge“
Kampa, 22 Euro.
Tey schrieb ihre Krimis zu Zeiten Agatha Christies. Aber viel subversiver.

Nächstes Kapitel:

Das Buch für unterwegs



Das Buch für unterwegs

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Peter Richter: „August“
Hanser, 22 Euro.
Es geht mal wieder um Sommergäste. Viel depressive Musik zwischen den Zeilen dieser zarten Parabel. Liest sich weg von allein, dieselt hart nach.
Julia Encke
Julia Encke
Leïla Slimani, „Das Land der Anderen“
Luchterhand, 22 Euro.
Der erste Band einer Trilogie, die sich mit dem Kolonialismus auseinandersetzt und sich an der Geschichte von Slimanis marokkanischen Großeltern orientiert.
Novina Göhlsdorf
Novina Göhlsdorf
Fatima Daas: „Die jüngste Tochter“
Claasen, 20 Euro.
Von verwickelten Identitäten lässt sich wunderbar schwurbellos schreiben. Zugehörigkeit fängt in jedem Kapitel neu an: so wahr.
Peter Körte
Peter Körte
Patrick Modiano: „Unsichtbare Tinte“
Hanser, 19 Euro.
Erinnerung ist die Arbeit, die einem nie ausgeht – Modiano weiß das wie kein anderer.
Karen Krüger
Karen Krüger
Marco Missiroli: „Treue“
Wagenbach, 23 Euro.
Ein Ehepaar, eine Witwe, ein junger Gelegenheitsboxer in Mailand und die Versuchung, sich selbst und anderen untreu zu werden. Großartig.
Andreas Lesti
Andreas Lesti
Tom Dauer: „Kurt Albert – frei denken, frei klettern, frei sein“
Tyrolia, 29,95 Euro.
Porträt eines Ausnahmekletterers aus Nürnberg, der viel zu früh gestorben ist und für den Alpinismus weit mehr als das bloße Auf-Gipfel-Steigen war.
Barbara Liepert
Barbara Liepert
Jean-Philippe Toussaint: „Die Gefühle“
Frankfurter Verlagsanstalt, 22 Euro.
Hinreißende Geschichte eines EU-Bürokraten, dessen Ehe gleichzeitig mit Englands EU-Mitgliedschaft endet. Wieder ein großer Toussaint-Roman.
Niklas Maak
Niklas Maak
Peter Richter: „August“
Hanser, 22 Euro.
Ein Strandhaus, zwei Paare, ein sehr spiritueller Gast, am Ende ist einer tot: schönster Sommerroman des Jahres, von unserem Ex-Kollegen Peter Richter.
Anna Prizkau
Anna Prizkau
Max Küng: „Fremde Freunde“
Kein & Aber, 25 Euro.
An diesem Roman ist alles richtig, schön, perfekt: Frankreich, die Sprache, die Ironie – und vor allem dieser zarte Schweizerhass.
Cord Riechelmann
Cord Riechelmann
Didier Debaise: „Vom Reiz des Möglichen. Natur als Ereignis“
August Verlag. 16 Euro.
Ein Buch über die Natur, in dem Leben als „Räuberei“ und die Beziehungen zwischen dem Lebenden und seiner Umwelt als „Dynamiken der Infektion“ beschrieben werden, kann nur aktuell sein.
Tobias Rüther
Tobias Rüther
John Muir: „Yosemite“
Matthes & Seitz, 25 Euro.
Ohne diesen Essay von 1912 würde es in den Vereinigten Staaten keine Nationalparks geben. Ohne die Vertreibung und Ausrottung der Native Americans aber auch nicht, wie Mordecai O. Ogadas Vorwort zu dieser Neuauflage zeigt.
Florentin Schumacher
Florentin Schumacher
Christian Kracht: „Eurotrash“
Kiwi, 22 Euro.
Fraglich, wie der Protagonist von „Faserland“ diese Fortsetzung gefunden hätte. Am Ende ist es aber eine berührende, weil meist unsentimentale Schelmenreise von Mutter und Sohn.
Mark Siemons
Mark Siemons
Carl Seelig: „Wanderungen mit Robert Walser“
Suhrkamp, 22 Euro.
Wandern öffnet: kommentierte Neuausgabe der Berichte über Ausflüge in den letzten 23 Lebensjahren des großen Robert Walser.
Harald Staun
Harald Staun
Benjamin Bratton: „The Revenge of the Real“
Verso, ca. 11 Euro.
Brattons „epidemiologischer Blick“ ändert nicht nur die Wahrnehmung der Pandemie, sondern regt an, die ganze Gesellschaft neu zu sehen. Mit 120 Seiten perfekt für die Strandtasche geeignet.
Anna Vollmer
Anna Vollmer
Olivia Laing: „Zum Fluss“
btb, 20 Euro.
Olivia Laing ist Meisterin im Beobachten. Da kann man sich für eigene Reisen etwas abschauen.

Nächstes Kapitel:

Das Sachbuch



Das Sachbuch

Eleonore Büning
Eleonore Büning
„Weil jede Note zählt. Mozart interpretieren. Gespräche und Essays“
Hg. von Stephan Mösch. Bärenreiter/Metzler, 29,99 Euro.
Eine reiche Fundgrube mit hinreißenden Interviews zur Hundertjahrfeier des Würzburger Mozartfestes.
Julia Encke
Julia Encke
Anne Applebaum: „Die Verlockung des Autoritären“
Siedler, 22 Euro.
Applebaum schildert die Biographien von Mitgliedern der autoritären Eliten (von denen einige ihre Freunde waren) und die neuen Realitäten, die sie erschaffen.
Novina Göhlsdorf
Novina Göhlsdorf
Heike Behrend: „Menschwerdung eines Affen“
Matthes & Seitz, 25 Euro.
Eine Ethnologin beobachtet, wie sie als Beobachtende beobachtet wird. Wer Kontrolle verliert, kann Wissen gewinnen.
Peter Körte
Peter Körte
Cicero: „Pro Milone“
Cambridge University Press
Ciceros berühmte (nachträglich geschönte) Rede aus dem Jahr 52 v. Chr.: 30 Seiten Text, 260 Seiten Kommentar – das nenne ich Philologie!
Karen Krüger
Karen Krüger
Götz Aly: „Das Prachtboot. Wie Deutsche die Kunstschätze der Südsee raubten.“
S. Fischer, 21 Euro.
Über die nie aufgearbeitete deutsche Gier und Zerstörungswut in den Kolonien. Man möchte mehr solcher Recherchen lesen.
Andreas Lesti
Andreas Lesti
Annalena Baerbock: „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“
Ullstein, 24 Euro.
Für alle, die wissen wollen, was ein Sachbuch ist. Oder auch nicht.
Barbara Liepert
Barbara Liepert
Emily Hawkins: „Der Atlas der Superlative“
Verlag Die Gestalten, 29,90 Euro.
Bildband für alle von 6 bis 106 Jahren, als Unterlage für Spiele oder das Büfett am Strand, mit den unglaublichsten Dingen aus aller Welt.
Niklas Maak
Niklas Maak
Nele Stuhler: „Keine Ahnung“
Korbinian, 20 Euro.
Ein Buch über das Nicht-Wissen – und eine kluge, neue Mischung aus Essay, Erzählung, kulturgeschichtlichen Fragmenten und Poetik des Welt-Sehens.
Anna Prizkau
Anna Prizkau
Carolin Wiedemann: „Zart und frei: Vom Sturz des Patriarchats“
Matthes & Seitz, 20 Euro.
Das wird zu Recht und sicher Schullektüre werden. Seien Sie vorbereitet! Und schleifen Sie schon das Messer!
Cord Riechelmann
Cord Riechelmann
Johann Chapoutot: „Gehorsam macht frei. Eine kurze Geschichte des Managements – von Hitler bis heute“
Propyläen. 22 Euro.
Reinhard Höhn, der Josef Mengele des deutschen Rechts, gründete 1956 die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft, die etwa 600 000 Kader durchliefen.
Tobias Rüther
Tobias Rüther
Antje M. Warthorst: „Die Bilderwelt des Walter Trier“
Favoritenpresse, 25 Euro.
Der Illustrator Erich Kästners, der so viel mehr war und gezeichnet hat, aber leider fast in Vergessenheit geraten ist. Dieser Bild- und Textband (und eine Biographie der Herausgeberin im gleichen Verlag) holen ihn zurück.
Florentin Schumacher
Florentin Schumacher
Christian Baron, Maria Barankow (Hg.): „Klasse und Kampf“
Claassen, 20 Euro.
Immer mal wieder sollte man sich klarmachen, dass in diesem Land etwa ein Drittel der Menschen keine Ersparnisse hat. Ein paar Geschichten aus ihrer Welt.
Mark Siemons
Mark Siemons
Philipp Sarasin: „1977 – Eine kurze Geschichte der Gegenwart“
Suhrkamp, 32 Euro.
Popkulturelle, philosophische, politische Tiefenbohrungen im Jahr 1977 als Katalysator der nach-modernen Gegenwart: höchst anregend.
Harald Staun
Harald Staun
Philipp Sarasin: „1977. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“
Suhrkamp, 32 Euro.
Solche Jahresbücher klingen immer nach selektiver Wahrnehmung, aber bei Sarasins Blick für die Verbindungen zwischen den Gleichzeitigkeiten lässt man sich gern dazu verführen.
Anna Vollmer
Anna Vollmer
Julian Barnes: „Der Mann im roten Rock“
Kiwi, 24 Euro.
Die Geschichte des französischen Gynäkologen Samuel Pozzi ist zwar kein Sachbuch, aber mindestens so unterhaltsam.



Nächstes Kapitel:

Musik für Zuhause



Musik für Zuhause

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Christophe Bertrand: „Vertigo“
(3 CDs, bastille musique)
Ein einziger, explosiver Energiestrom: die fulminante Ersteinspielung sämtlicher Instrumentalstücke dieses tragisch früh gestorbenen Komponisten.
Julia Encke
Julia Encke
Oehl: „100 % Hoffnung“
(Grönland Records)
Österreichisch-isländisches Duo mit völlig überraschendem, fast zartem Sound, mit dem aber gern auch harte Geschichten erzählt werden: zum Beispiel von korrupten Banken.
Novina Göhlsdorf
Novina Göhlsdorf
Danger Dan: „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“
(Antilopen Geldwäsche)
Hat mich die dritte Welle (und einiges mehr) nehmen lassen und wird weiter einmal täglich gehört. Ohne Ausnahme.
Peter Körte
Peter Körte
St. Vincent: „Daddy’s Home“
(Universal)
Man fühlt sich dauernd an was erinnert: Bowie, Glam, Pink Floyd, Blues – und doch ist es ein völlig eigener Sound.
Karen Krüger
Karen Krüger
Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“
(Hörbuch Verlag)
Eine Französin und ihre gescheiterten Lebensträume, ein Marokko, das sich von der Kolonialmacht löst, und die eindringliche Stimme von Wiebke Puls.
Andreas Lesti
Andreas Lesti
Maxi Pongratz und Micha Acher: „Musik für Flugräder“
(Trikont)
Kofelgschroa trifft Notwist – wunderschöne Stuben-Chill-out-Musik aus Bayern.
Barbara Liepert
Barbara Liepert
Ballaké Sissoko: „Un vêtement pour la lune“
(No Format)
Sissoko kommt aus Mali, gilt als einer der besten Kora-Spieler Afrikas und spricht zu diesem Instrument, wie das Lied über die Kleider des Mondes zeigt, die schönsten Gedichte.
Niklas Maak
Niklas Maak
Aaron Frazer: „Introducing ...“
(Dead Oceans)
Etwas Soul, etwas Frankie-Valli. „You don’t wanna be my baby“ definitiv der beste Song, um tagelang im Kreis auf einer Luftmatratze zu treiben.
Anna Prizkau
Anna Prizkau
Migos: „Culture III“
(Capitol Records/ Motown Records)
Einfach weil Quavo, Offset und Takeoff drei wirkliche Genies des Trap sind. Musik zum Tanzen und zum Traurigsein.
Cord Riechelmann
Cord Riechelmann
Iggy Pop: „American Caesar“
(Virgin)
„Fuckin’ Alone“ war schon immer ein Hammersong. „American Caesar“ kann aber einmal gehört werden als die Platte zu dem Reich der Finsternis, das dann mit dem Caesar nicht nur über Amerika gekommen sein wird.
Tobias Rüther
Tobias Rüther
Sharon van Etten / Angel Olson: „Like I used to“
(Jagjaguwar)
Ein Duett zweier herausragender Sängerinnen, das ganze Konzeptalben ersetzt: über draußen und drinnen, damals und heute, Amerika, Herz, Schmerz.
Florentin Schumacher
Florentin Schumacher
Verifiziert: „Schlaflos“
(Columbia/Sony Music)
Genau die richtige Melancholie, um in einer Sommernacht allein nach Hause zu laufen.
Mark Siemons
Mark Siemons
Lana del Rey: „Chemtrails Over the Country Club”
(Universal)
Wem sonst gelingt es schon, „music business conference“ gefühlte zehnmal in einem elegischen Song unterzubringen?
Harald Staun
Harald Staun
Future Histories Podcast
Keine Musik, sondern Zukunftsmusik:
Podcast zur Erweiterung unserer Vorstellung von Zukunft“ nennt der Soziologe Jan Gross seine Gesprächsreihe, völlig zu Recht. Alle zwei Wochen hat Gross die klügsten Gäste – und immer die richtigen Fragen.
Anna Vollmer
Anna Vollmer
Johnny Flynn/Robert MacFarlane: „Lost in the Cedar Wood“
(Transgressive Records)
Die Kombi aus Folkmusik und Nature Writing ist so naheliegend und gut, dass man sich fragt, warum es dieses Album erst jetzt gibt.

Nächstes Kapitel:

Musik für unterwegs



Musik für unterwegs

Eleonore Büning
Eleonore Büning
„Berio To Sing“
(harmonia mundi)
Lucile Richardot, diese unglaubliche Barockröhre, performt überraschend lustvoll Luciano Berio, Sequenza III, die Folksongs. Es ist das pure Vergnügen.
Julia Encke
Julia Encke
Jane Birkin: „Oh! Pardon tu dormais ...”
(Universal)
Étienne Daho hat die Lieder für Birkin geschrieben! Und Birkin ist da am besten, wo sie mehr spricht als singt.
Novina Göhlsdorf
Novina Göhlsdorf
Greentea Peng: „Man made“
(Universal)
Egal entlang welcher Küste in egal welchem Auto, bitte aber mit genau diesem Album. „This sound is physical / it's very physical.” Oh yes.
Peter Körte
Peter Körte
Lana Del Rey: „Chemtrails Over the Country Club“
(Universal)
„Not All Who Wander Are Lost“, singt sie, dazu kann man gut und mit offenem Rückflugdatum in die Ferne reisen.
Karen Krüger
Karen Krüger
Raffaela Carrà: „I miei successi“
(Sony Music)
Die Antwort darauf, warum alle, wirklich alle in Italien die gerade verstorbene Raffaela Carrà liebten!
Andreas Lesti
Andreas Lesti
Altin Gün: „Yol“
(ATO Records)
Perfekter Soundtrack für schnelle Fahrten auf nächtlichen Autobahnen.
Barbara Liepert
Barbara Liepert
Sivan Talmor: „Immigrants of Lace“
(Apple Music)
Der Dark-Wave-Song „Fight or Flight“ stellt die wesentlichen Fragen unserer Zeit. Höchste Zeit, die israelische Singersongwriterin zu entdecken.
Niklas Maak
Niklas Maak
Aldous Harding: „Old Peel“
(Flight 13)
Die neuseeländische Gitarristin bezeichnet ihre großartige, elegant angekratzte Musik selbst als Gothic Folk, man könnte das auch Southern Laconic nennen.
Anna Prizkau
Anna Prizkau
Shirin David: „Ich darf das“
(Juicy Money Records)
Ein Song wie Zuckerwatte, denn man will immer mehr, im Mund wird es schön süß – und das alles auch noch ohne Kalorien!
Cord Riechelmann
Cord Riechelmann
Squarepusher: „Feed Me Weird Things“
(Remastered, Warp / Rough Trade)
Das Ende der großen Erzählungen war für den Squarepusher 1996 keine Seminarphrase, sondern Anlass, Dub, House und Bassgriffe in das Zeitalter eines neuen Jazz zu überführen.
Tobias Rüther
Tobias Rüther
The Killers und Bruce Springsteen: „Dustland“
(Island)
Western von gestern, aber einfach unwiderstehlich.
Florentin Schumacher
Florentin Schumacher
Arlo Parks: „Collapsed in Sunbeams“
(Transgressive Records)
Superkorrekte Musik kann auch einfach super sein, so wie das sanft melancholische Debüt der jungen Londoner Popsängerin Arlo Parks.
Mark Siemons
Mark Siemons
Sean Shibe: „Bach“
(Delphian)
Gitarren-Meditationen, die nicht einschläfern, sondern wach machen: perfekt für endlose Autofahrten.
Harald Staun
Harald Staun
Grandbrothers: „All The Unknown“
(City Slang)
Es klingt leider immer sofort falsch, wenn man versucht, die Musik des Elektro-Klavier-Duos zu beschreiben, nur die Musik selbst klingt immer unwiderstehlich.
Anna Vollmer
Anna Vollmer
Iosonouncane: „Ira“
(Numero 1 / Trovarobato)
Der großartige italienische Musiker hat nach fünf Jahren endlich ein neues Album veröffentlich. Perfekt für lange Autofahrten.

Nächstes Kapitel:

Bewegte Bilder




Bewegte Bilder

Eleonore Büning
Eleonore Büning
Nico & The Navigators: „Force and Freedom“
(Arte Concert)
Das Kuss Quartett spielt späten Beethoven, auswendig, barfuß, schwarz-weiß, umtanzt von Yui Kawaguchi. Sparsame Moves, exzentrische Akrobatik. Es muss sein!
Julia Encke
Julia Encke
„Liebe und Anarchie“
(Netflix)
Sehr lustige Serie aus Schweden über den Literaturbetrieb, in der eine Unternehmensberaterin einen Verlag in die digitale Zukunft führen soll und dabei selbst zur Rebellin wird.
Novina Göhlsdorf
Novina Göhlsdorf
„Bombay Rose“
(Netflix)
Kunstvoller Animationstraum um die unmögliche Liebe von zwei Blumenverkäufern auf Mumbais Straßen. Sie ist Hindu, er Moslem. Ein Drama so uralt wie gegenwärtig.
Peter Körte
Peter Körte
Janis Rafa: „Kala azar“
(Mubi)
Die Welt aus der Sicht eines streunenden Hundes betrachtet – der wilde, schräge, morbide Film der griechischen Videokünstlerin.
Karen Krüger
Karen Krüger
Chloé Zhao: „Nomadland“
(Walt Disney Studios)
Muss man einfach gesehen haben.
Andreas Lesti
Andreas Lesti
„Love, Death + Robots“
(2. Staffel, Netflix)
Der animierte Irrsinn geht in die nächste Runde – und zeigt, was passiert, wenn Alexa durchdreht.
Barbara Liepert
Barbara Liepert
Janna Ji Wonders: „Walchensee forever“
(demnächst im Kino)
Dokumentarfilm über einen der schönsten Seen Deutschlands, von dem aus ein paar bemerkenswerte Frauen die Welt und den Kreislauf des Lebens entdecken.
Niklas Maak
Niklas Maak
Pepe Danquart: „Vor mir der Süden“
(im Kino)
Dokumentarfilm über eine legendäre Reise des Regisseurs und Dichters Pier Paolo Pasolini. Auch ein Film über die Globalisierung, Italien und Europa heute.
Anna Prizkau
Anna Prizkau
„Shtisel“
(Netflix)
Diese Serie ist das Wärmste, Lebendigste und Menschlichste, was Netflix je gezeigt hat. Bester Satz: „Wenn du einen Juden auf der Straße mit einem Hund siehst, dann ist es entweder kein Jude oder kein Hund.“
Cord Riechelmann
Cord Riechelmann
Quentin Tarantino: „Once Upon A Time In … Hollywood“
(Sony)
Dass auch die Hippiebewegung im dunkelsten Mordexzess ihr Ende fand, gehört zu ihrer Geschichte. Tarantino beharrt aber darauf, dass sie die richtigen Fragen gestellt haben.
Tobias Rüther
Tobias Rüther
„The Kominski Method“ (Netflix) und „Schitt’s Creek“
(Amazon Prime)
Wir sind am Ende, also fangen wir noch mal neu an: zwei Sitcoms über den Widerstand gegen das Material, aus dem das Leben ist.
Florentin Schumacher
Florentin Schumacher
„The Good Lord Bird“
(Showtime/Sky)
Wie Ethan Hawke diesen von der eigenen Nächstenliebe berauschten Sklavenbefreier spielt und Joshua Caleb Johnson sein liebstes Gotteskind, das fälschlicherweise in einem Kleid steckt – groß.
Mark Siemons
Mark Siemons
EM Halbfinale: Italien gegen Spanien
(Ausschnitte auf Youtube)
Chiellini und Co.: schon jetzt ein Klassiker der seltenen Verbindung von größter Intensität mit Leichtigkeit, Grazie und Witz.
Harald Staun
Harald Staun
„Mare of Easttown“
(HBO/Sky)
Alles ziemlich düster in diesem Krimi-Sozial-Drama mit Kate Winslet und Jeanne Smart. Trotzdem einer der wenigen Lichtblicke bisher im grauen Serienjahr 2021.
Anna Vollmer
Anna Vollmer

Einfach ins Kino gehen.

Jetzt, wo wir es endlich wieder können.

FILMFESTIVAL CANNES Die Spieluhr weiß, was es geschlagen hat
CORONA-PROJEKT Die erste CD aufnehmen

Quelle: F.A.S.

Veröffentlicht: 21.07.2021 10:17 Uhr