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Umbau Frankfurter Messeturm : Sakrileg an einer Architekturikone

Aufgebläht: Die neue Glasrotunde im Sockel des Frankfurter Messeturm wirkt wie ein Fremdkörper. Bild: Frank Röth

Der deutsch-amerikanische Architekt Helmut Jahn hat einst den Messeturm entworfen, der die Frankfurter Skyline prägt. Nun ist der Sockel durch eine neue Glasrotunde verunstaltet worden - von Jahn selbst.

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          Die Begriffe Ikone und Wahrzeichen gehören auf eine Liste mit Wörtern, deren Gebrauch Architekturkritikern streng verboten ist. Allerdings mit begründeten Ausnahmen. Denn was soll man machen, wenn ein Gebäude genau das ist – eine Ikone und ein Wahrzeichen? Der Frankfurter Messeturm gehört dazu. Die bleistiftförmige Silhouette des 1991 fertiggestellten Bürohochhauses fehlt in keiner stilisierten Ansicht der Stadt. Der Architekt Helmut Jahn hat manches entworfen, das als vordergründiges Spektakel daherkommt, hier aber ist ihm ein Meisterwerk gelungen, vielleicht der stimmigste Wolkenkratzer in Europa.

          Eine Ikone ist er, weil seine Gestalt gleich mehrfach mit Bedeutung aufgeladen ist. Er steht für die deutsch-amerikanischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, die in Frankfurt als Hauptsitz der amerikanischen Truppen besonders eng waren. Bauherr war der New Yorker Immobilienmogul Jerry Speyer, dessen Vater einst vor den Nationalsozialisten aus Frankfurt geflohen war – um ein Zeichen deutsch-jüdischer Versöhnung handelt es sich also auch. Speyers Altersgenosse Jahn, der aus Nürnberg stammt, war als junger Mann in die Vereinigten Staaten ausgewandert, die für viele aus der Vor-1968er-Generation ein Land der Verheißung waren.

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