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Zum 250. Geburtstag von Hegel : Der Schwierige

Porträt eines Philosophen: Georg Wilhelm Friedrich Hegel Bild: De Agostini Picture Library/Getty

Vor 250 Jahren wurde der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel geboren: Warum man ihn trotz, mitunter aber sogar wegen seines Satzbaus lesen sollte.

          4 Min.

          Kaum ein Beitrag zum anstehenden Jubiläum des Philosophen Georg Wilhelm Hegel verzichtet auf den Hinweis, es handele sich um einen ungemein schwierigen Denker. Und kaum ein Beitrag schlägt sich nicht mit der Frage herum, was an Hegel denn heute noch aktuell sei. Oft werden als Antwort Hegel die nettesten und auch gar nicht unzutreffenden Komplimente gemacht – Denker der Freiheit, der französischen Revolution, der modernen Gesellschaft und ihres Staates –, die allerdings in Spannung zu jenen Schwierigkeiten stehen. Denn Hegel ist dann allenfalls aktuell trotz seiner schwierigen, umwegreichen, strapaziösen Art zu argumentieren. Man wünscht sich, er wäre nicht so schwierig.

          Jürgen Kaube
          Herausgeber.

          Das war schon zu seinen Lebzeiten so. Dunkel sei er, gar unlesbar, das Verb komme bei ihm in überlangen Sätzen oft erst nach einer halben Seite. Auch im mündlichen Vortrag war Hegel notorisch schwerfällig und zusätzlich seines starken schwäbischen Akzents halber für die meisten kaum zu verstehen. Schon Goethe wechselte Briefe mit Schiller, wie man dem abhelfen könne, und der von Hegel scharf attackierte Friedrich Heinrich Jacobi notierte sinngemäß, Hegels schrecklicher Stil habe wenigstens den Vorteil, dass sich seine Beiträge zum „Kritischen Journal der Philosophie“, in dem Hegel und Schelling von 1802 bis 1803 gemeinsam anonyme Kopfnüsse an alle anderen Philosophen austeilten, doch leicht unterscheiden ließen.

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