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„Der Restauranttester“ bei RTL : Noch so’n Spruch, und ich leg dich lang!

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„Das ist wie Klassenreise mit Rockkonzert, da kann ich mich richtig austoben:“ Steffen Henssler hat ein ganz eigenes Verständnis von seiner Rolle am Herd Bild: dpa

Steffen Henssler stürmt als kochender Entertainer durchs Fernsehen, jetzt gibt er für RTL den „Restauranttester“. Dieser Küchenchef lässt sich nichts vorschreiben.

          Bis auf einen längeren Ausflug nach Los Angeles an die California Sushi Academy, bei der er sich als erster Deutscher zum „Professional Sushi Chef“ ausbilden ließ, ist Steffen Henssler die meiste Zeit in seiner Heimat Hamburg gewesen. Da ist er aufgewachsen und zur Schule gegangen, er hat dort in Restaurants gearbeitet und die ersten Auftritte im Fernsehen gehabt. Mit 41 Jahren wird es also höchste Zeit, dass der Mann endlich mal ein bisschen rumkommt. Zum Beispiel nach Gießen, Remscheid und Ludwigsburg.

          So hat es sein neuer Arbeitgeber entschieden. Der heißt RTL und hat mit dem Hamburger Großes vor: Am Montagabend tritt Henssler in die Fußstapfen von Christian Rach und bereist als „Der Restauranttester“ die Kulinarikkatastrophen deutscher Städte, um verzweifelte Gastronomen auf den Pfad des perfekt panierten Schnitzels zurückzuführen.

          Zimperlich ist er nicht: „Das wird weh tun, das kann ich euch jetzt schon sagen“, kündigt er den Besitzern der Pizzeria „Piccolino“ bei seinem ersten Einsatz am Montagabend an. Und als der Laden nach der Generalüberholung von Speisekarte und Inneneinrichtung zur Neueröffnung brummt, aber der Chef flapsige Scherze macht, während in der Küche geackert wird, explodiert Henssler fast: „Noch so ’n Spruch, und ich leg dich lang! Verstehst du mich?“

          Das hat er sich verdient

          Das sind eher ungewohnte Töne beim RTL-„Restauranttester“. „Aber ich bin ja da, um was zu ändern“, sagt Henssler. „Die Leute müssen wach gerüttelt werden. Es nützt nichts, wenn ich mich als Sozialarbeiter aufführe und sage: ,Komm, 60.000 Euro Schulden, ist doch nicht so schlimm.‘ Ich bin lieber gleich ehrlich.“ So viel hat er mit seinem Vorgänger gemeinsam. Aber damit erschöpfen sich die Vergleichsmöglichkeiten auch schon. Henssler ist stürmischer, ironischer, schneller als Rach, der nun fürs ZDF kocht. Vielleicht ist das gar nicht schlecht, um den Job gut zu machen.

          „Der Restauranttester“ ist Hensslers erste Bewährungsprobe zur Hauptsendezeit, zumindest bei einem großen Sender. Niemand sonst im deutschen Fernsehen hat sich das so sehr verdient wie er. Vor mehr als zehn Jahren ist er als Tim-Mälzer-Nachfolger im Nachmittagsprogramm von Vox gelandet und mit seiner Kochshow „Ganz &Gar Henssler“ gleich wieder abgesetzt worden, weil Vox die eigentlich guten Quoten nicht hoch genug waren. Danach hat er beim ZDF mehr als siebenhundert Ausgaben der Kochrateshow „Topfgeldjäger“ moderiert.

          Er hat bei einem Sternekoch gelernt

          Und seit dem vergangenen Jahr hetzt er, wieder bei Vox, durch den abendfüllenden Brutzelkampf „Grill den Henssler“, bei dem er sich gegen ein Team aus prominenten Kochherausforderern behaupten muss. Gerade laufen die Aufzeichnungen für die neue Staffel. Die ganze Woche, jeden Tag eine, fünfeinhalb Stunden am Stück. Beim morgendlichen Gespräch in einem Kölner Hotel ist er trotzdem hellwach: „Du kannst mich nachts aufwecken, auf ’ne Bühne schießen, und dann leg’ ich los. Ich hab’ einfach keine Angst vorm Scheitern und bin immer neugierig.“

          Mit Stress umzugehen, hat Henssler als Teenager gelernt. Mit sechzehn Jahren ist er in Barum, einem kleinen Örtchen in der Lüneburger Elbmarsch, beim Sternekoch Thorsten Ambrosius in die Lehre gegangen und bekam gezeigt, wie viel Spaß Kochen machen kann, wenn man es als Kunst betreibt. Eigentlich war er bloß da, um auch mal woanders in die professionelle Gastronomie reinzuschnuppern, die er aus dem Hamburger Sternerestaurant seines Vaters kannte. „Wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, gab’s zum Mittag Steinbutt, Artischocken, Seezunge. Mein Vater hat mich sehr oft in gute Restaurants mitgenommen“, sagt Henssler. Aber: deswegen gleich Koch werden? Niemals. Hat er gedacht, bis Ambrosius mit ihm fertig war. „Das war sehr viel Druck und sehr viel Verantwortung – aber dadurch hat sich bei mir diese Leidenschaft fürs Kochen entwickelt.“

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