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Der gegenwärtige Kulturkampf : Was heißt es denn, eine Frau zu sein?

  • -Aktualisiert am

Demonstration zum Internationalen Frauentag in Turin Bild: Picture-Alliance

Wenn alle nur ständig sagen, woran ihre Identität hängt, herrscht Kulturkampf. Über eine Wiederkehr des Reaktionären auf allen Seiten des politischen Spektrums. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Der Begriff des Kulturkampfs ist im Deutschen untrennbar mit dem Konflikt zwischen Preußen einerseits und dem Heiligen Stuhl unter Papst Pius IX. andererseits verbunden. Es ging damals vordergründig um den Einfluss der katholischen Kirche auf das eher protestantisch geprägte Preußen. Gekämpft wurde um das kulturelle Selbstverständnis der Gesellschaft und, hundert Jahre nach der Französischen Revolution, um die Frage nach der eher konservativen Auslegung der Bedeutung des Kirchlichen als Ordnungsmacht und der Suprematie eines eher liberalen Staatsverständnisses.

          Konkret ging es um die Zivilehe, um staatliche Bildungsaufsicht, um die Macht und Freiheit der kirchlichen Rede. Beigelegt wurde der Streit durch Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl, aber im Hinblick auf öffentliche Debatten hat sich in jenem Kulturkampf das Aufeinanderprallen zwischen einer konservativen Idee eines eher ständischen Verständnisses der Gesellschaft und der liberalen Modernisierung einer komplexen modernen Gesellschaft gezeigt. Es ging um die Konfrontation einer alten, gewachsenen Welt mit einer neuen, dynamischen Welt.

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