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Der Fall Mauser : Austritt statt Ausschluss

06.02.2019, Bayern, München: Der ehemalige Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, sitzt vor dem Prozess im Verwaltungsgericht. Bild: dpa

Siegfried Mauser verlässt die Bayerische Akademie und nimmt damit das Ergebnis einer Abstimmung über seinen Verbleib vorweg. Sein Anwalt hat derweil angekündigt, Verfassungsbeschwerde zum Bundesverfassungsgericht einzulegen.

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          Siegfried Mauser ist aus der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgetreten. Nachdem die Musikabteilung der Akademie am 17. Oktober beschlossen hatte, das Verfahren zum Ausschluss ihres langjährigen Direktors einzuleiten, der in zwei Strafprozessen rechtskräftig wegen sexueller Nötigung verurteilt worden ist, hatte Mauser die Akademie zunächst nur gebeten, ihn vorerst nicht mehr öffentlich als Mitglied zu führen. Mit dem Austrittsschreiben, das am 25. Oktober bei der Akademie einging, erübrigt sich nun die Abstimmung unter ihren Mitgliedern, von denen drei Viertel dem Ausschluss hätten zustimmen müssen, der laut Satzung „wegen grober Verfehlungen“ möglich ist.

          Patrick Bahners
          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Winfried Nerdinger, der Präsident der Akademie, begrüßte Mausers Austritt. Der Architekturhistoriker und frühere Direktor des Münchner NS-Dokumentationszentrums war im Mai zum Nachfolger von Michael Krüger gewählt worden. Nerdinger äußerte zugleich die Hoffnung, dass der bayerische Staat eine Revision der Satzung vornehmen werde, um den automatischen Ausschluss von Mitgliedern vorzuschreiben, die rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mindestens zwölf Monaten verurteilt wurden.

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