Kriminalität in Berlin :
Die Ratten vom Alexanderplatz

Lesezeit: 7 Min.
Sieht so das Wohnzimmer der Gesetzlosen aus? Der Alexanderplatz in Berlin
Unter der Brücke frieren Obdachlose, es gibt Haschisch und Schläge, die Flüchtlinge sind da, junge Menschen hängen ab, von Polizei bewacht. Zwei Nächte an einem „Todesort“ unter dem Fernsehturm Berlins.

„Haschisch und Alkohol und Mädchen“, das sagt Hadi, deswegen ist er da, der schmale Mann mit kleinen Augen, in dieser Nacht, an diesem Alexanderplatz. Er will über das Land, aus dem er kommt, nicht sprechen, deshalb Gespräche über Mädchen. „Aus Primark kommen die besten, wie Kim Kardashian“, sagt er auf Deutsch, das unentschlossen, schief seinen Mund verlässt. Hadi hat einen schwarzen Bart, der seltsam falsch sitzt im Gesicht, denn es sieht viel zu jung aus für den Bart. Er sitzt hinter dem Fernsehturm, schaut auf den Neptunbrunnen. Und neben Hadi – ich. Es ist zehn Uhr am Abend, der Himmel schwarz. Auf einmal ziehen drei Schatten auf, drei dunkle, große Männer kommen näher, und wie von selbst schiebt meine Hand sich in die Tasche, da ist das Pfefferspray.

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