https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/zwanzig-jahre-nach-dem-11-september-chance-der-us-aussenpolitik-17529020.html

Zwanzig Jahre nach 9/11 : Nichts ist geglückt, alles ist gescheitert

  • -Aktualisiert am

Anlässlich des 20. Jahrestages der Anschläge des 11. Septembers blickt Francis Fukuyama zurück auf die außenpolitischen Reaktionen der USA. Bild: Reuters

Der Schock des elften Septembers hätte eine große Chance für die amerikanische Außenpolitik sein können. Zwanzig Jahre später blickt man zurück – und sieht den großen Fehler.

          7 Min.

          Die Terroranschläge vom 11. September hatten schwerwiegende Folgen für die internationale Politik, freilich in anderer Weise, als oft angenommen wird. Der radikale Islam stellte sich nicht als die weltverändernde politische Bewegung heraus, die von seinen Anhängern erhofft und vom Westen befürchtet wurde. Die wichtigste Konsequenz war die massive Überreaktion der amerikanischen Politik, die zu einer militärischen Intervention in zwei Ländern führte, zu langwierigen Guerillakriegen und letztlich zu einem Scheitern der amerikanischen Politik und der Schwächung des amerikanischen Ansehens in der Welt. Die Bilder von den chaotischen Szenen auf dem Flughafen Kabul, die in den letzten Wochen um die Welt gingen, haben diesen Ansehensverlust deutlich gemacht.

          In den Monaten unmittelbar nach den Anschlägen mussten die Vereinigten Staaten mit einem nach Ansicht außenpolitischer Beobachter völlig neuen Problem fertig werden. Für Osama Bin Ladens Al-Qaida schien das Töten von Amerikanern Selbstzweck zu sein. Anders als bei palästinensischen oder IRA-Terroristen wurden keine spezifischen Forderungen gestellt. Wenn Al-Qaida dreihunderttausend oder drei Millionen und nicht nur dreitausend Menschen töten könnte, würden diese Leute nicht einen Moment zögern.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Kriminelle Familie? Beim Arbeitsessen von Präsident Putin und seinem amerikanischen Amtskollegen George W. Bush macht der vorbestrafte Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin (rechts stehend), Gründer der Wagner-Privatarmee und einer Internet-Trollfabrik, die Honneurs.

          Putins Kriegsmotive : Ein Krimineller im Politiker-Kostüm

          Was ist, wenn etwas ganz anderes dahintersteckt? Ein französisches Magazin will den wahren Hintergründen für Putins Ukrainekrieg auf die Spur gekommen sein.
          Erster Schnee: Ukrainische Soldaten schießen am 23. November auf russische Stellungen an der Frontlinie an einem ungenannten Ort im Gebiet Donezk.

          Schnee und Eis in der Ukraine : Wen zermürbt der erste Kriegswinter?

          Die Schlammperiode in der Ukraine weicht Eis und Schnee. Welcher Kriegspartei das mehr schadet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Unstrittig ist: Den Soldaten verlangt der Winter eine Menge ab.
          Ein Hoch auf die gute Nachbarschaft: Deutsche und schweizerische Passagierschiffe bei einer Sternfahrt auf dem Bodensee vor zwei Jahren

          Schweizer Neutralität : Das Gold der Russen

          Ist die Schweiz eine Insel der Glückseligen? Vor der Bundesratswahl liegen zwischen Deutschland und den Eidgenossen die Nerven blank.